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04.12.2016 - 21:27

Giftköder ausgelegt: Sieben Hunde in Salzburg tot

20.10.2014, 08:17
Tierfreunde sind bei dieser Nachricht fassungslos: Sieben Hunde sollen aufgrund von Giftködern qualvoll verendet sein. Zwei Hunde konnten knapp gerettet werden. Der Verdacht liegt nahe, dass die Tiere die Substanz auf der Hundewiese bei der Seeburg in Seekirchen am Wallersee im Salzburger Flachgau aufgenommen haben. Die "Krone" traf Betroffene.

"Trauer, Unverständnis und nicht zuletzt Wut über solche Grausamkeiten bestimmen zurzeit unsere Gedanken", fasst Familie Zarfl für die "Krone" ihre Gedanken in einem Brief zusammen, denn über den Verlust sprechen kann sie noch nicht. Zu tief sitzt der Schmerz. Ihr Hund "Peanut" war einer der ersten Vierbeiner, die nach qualvollen Stunden eingeschlafen sind.

Veterinär Dominik Berghamer von der Tierklinik Seekirchen
Foto: Markus Tschepp

Auch "Freddy", der Rüde von Maria Schwab, litt in der Nacht auf Samstag Qualen. "Er hat sich erbrochen. Da ich weiß, dass er seit einem Jahr Leberkrebs hat, dachte ich mir zuerst, es hat vielleicht damit zu tun", sagt die Köstendorferin, die Freitagmittag mit Freddy und "Filou" ebenfalls noch auf der Wiese war. Samstagfrüh war Freddy dann tot. Als es auch noch Filou schlecht ging und ein Warnanruf einer anderen Wiesenbesucherin kam, fürchtete sie schon das Schlimmste.

Veterinär entdeckt blaue Substanz im Magen

Ein Tierarzt untersuchte den Kadaver von Freddy und fand im Magen eine bläuliche Substanz - vermutlich Blau- beziehungsweise Schneckenkorn. Filou konnte dank Infusionen gerettet werden, war aber auch am Sonntag noch sehr schwach.

Hundewiese Seekirchen wird abgesichert

Am Montag wurden Sofortmaßnahmen für die betroffene Hundewiese beschlossen. "Die gesamte Anlage bekommt große Scheinwerfer und wird mit Bewegungsmeldern ausgestattet. Das Areal wird künftig kameraüberwacht", informierte Landtagsabgeordneter Helmut Naderer in einer Aussendung. Das Gras der vier Hektar großen Hundewiese werde zudem so kurz wie möglich gemäht und dann als Sondermüll entsorgt.

Andere Hundezonen nach Check wieder geöffnet

Unterdessen wurde die vorübergehende Sperre der sechs städtischen Hundewiesen in der Stadt Salzburg wieder aufgehoben. Das Stadtgartenamt hatte nach einem Sicherheits- Check Entwarnung gegeben. Die Untersuchung auf Giftköder habe am Montagvormittag kein Ergebnis gebracht, teilte das Informationszentrum der Stadt mit. Die Besitzer könnten ihre Vierbeiner auf den Wiesen wieder gefahrlos frei laufen lassen, hieß es.

11.000 Euro Belohnung für Hinweis auf Täter

Förderer und Gründer der Freilauffläche ist neben Team- Stronach- Klubobmann Helmut Naderer auch Michael Aufhauser. Er sagt: "Gut Aiderbichl setzt 10.000 Euro für die Überführung des Täters aus." Dazu kommen noch einmal 1.000 Euro von Naderer. Von der Polizei sind viele Tierliebhaber enttäuscht. Dort habe man auf Nachfragen keine Auskunft bekommen, die Betroffenen hätten einander gegenseitig informiert, sagen sie.

Tierarzt: "Es ist ein qualvoller Tod"

Veterinär Dominik Berghamer von der Tierklinik Seekirchen untersuchte die beiden Hunde von Maria Schwab. Er sezierte auch Freddy. Die "Krone" traf ihn zum Interview.

"Krone": Herr Berghamer, Sie sezierten Freddy, nachdem auch Filou erkrankt war?
Dominik Berghamer: Ja genau. Ich habe den Mageninhalt sichergestellt. Dieser war blau- grünlich. Ich denke, Freddy hat Blau- beziehungsweise Schneckenkorn gefressen.

"Krone": Konnten Sie auch feststellen, ob dieses in Fleisch oder Ähnlichem verpackt waren?
Berghamer: Nein, das konnte ich nicht erkennen. Ich habe zwar Futterreste gefunden, aber die Besitzerin sagte mir, dass sie den Hund noch gefüttert hat.

"Krone": Was passiert nun mit den genommen Proben?
Berghamer: Sie werden auf jeden Fall eingeschickt und genau analysiert.

"Krone": Wie äußert sich eine solche Vergiftung überhaupt bei einem Hund?
Berghamer: Durch Erbrechen, Durchfall und Kreislaufbeschwerden. Es ist sehr schmerzhaft, es treten etwa starke Bauchkrämpfe auf. Das ist ein sehr qualvoller Tod.

"Krone": Gibt es denn ein Gegengift in solch einem Fall?
Berghamer: Nein. Der Laie kann eigentlich gar nichts tun. Die Besitzer packen bei solchen Beschwerden am besten ihren Hund ein und fahren sofort zu einem Tierarzt. Dann kann man ihn mit Infusionen, Schmerzmittel oder Aktivkohle behandeln und hält den Kreislauf stabil.

20.10.2014, 08:17
Iris Wind, Kronen Zeitung/red/AG
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