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03.12.2016 - 15:27
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER (Symbolbild), Krone Grafik

Geduldsprobe am Wiener Gürtel und auf der Tangente

10.04.2015, 07:00
"Die aufregungsfreie Baustelle ist noch nicht erfunden" - Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou hat sich am Donnerstag bei der Präsentation der heurigen Straßensanierungsprojekte keine Illusionen gemacht. Doch nicht nur die Geduld der Autofahrer wird in diesem Jahr unter anderem am Gürtel, auf der Tangente und auf der A22 beim Kaisermühlentunnel erneut auf eine harte Probe gestellt - auch Wiens Öffi-Nutzer müssen sich auf einem Teil der Bim-Linie 49 mit einem mehrwöchigen Schienenersatzverkehr anfreunden.

An 12.386 Stellen der Stadt muss im Laufe des Jahres gearbeitet werden, wobei hier aber jede einzelne Aufgrabung mitgezählt wird. Mit Auswirkungen auf den Verkehr rechnet man bei 387 Vorhaben, wobei lediglich sechs davon als "Highlights" tituliert wurden. Die meisten davon sind wie üblich in den Sommerferien - also im Juli und August - anberaumt.

Innere Gürtelsanierung wird "große Herausforderung"

Als "große Herausforderung" bezeichnete Baustellenkoordinator Peter Lenz etwa die Fortsetzung der inneren Gürtelsanierung. Konkret werden in den Sommerferien die Bereiche Neubaugürtel auf Höhe Westbahnhof und Lerchenfelder bzw. Hernalser Gürtel zwischen Pfeil- und Laudongasse in Angriff genommen. Tagsüber wird hier einer von drei Fahrstreifen gesperrt, am Wochenende oder in den Nachtstunden können es auch zwei sein.

Bereits gewerkt wird auf der Brünner Straße im Bereich Krankenhaus Nord. Für das neue Spital muss noch die nötige Infrastruktur geschaffen werden, weshalb es in verschiedenen Bauphasen zu Verengungen kommen wird. Weiter gegraben und asphaltiert wird zudem rund um den Hauptbahnhof. Ab dem Sommer müssen hier Teile der Arsenalstraße als Einbahn geführt werden, lokale Umleitungen sind geplant. Fortgesetzt wird die bereits seit drei Jahren laufende Instandsetzung der Gürtelbrücke, die noch im August abgeschlossen werden soll.

Schienenersatzverkehr für Straßenbahnlinie 49

Eine Großbaustelle betrifft auch die Wiener Öffi- Nutzer. Die Wiener Linien müssen nämlich auf der Linzer Straße im Umfeld des ehemaligen Hanappi- Stadions neue Gleise verlegen. Deshalb kann die Straßenbahnlinie 49 im Juli und August zwischen Baumgarten und der Endstation Hütteldorf- Bujattigasse nicht verkehren. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet, für Pkw- Fahrer bleibt lediglich ein Fahrstreifen stadtauswärts geöffnet.

Ein gröberer Eingriff ins Schienennetz steht außerdem bei der Kreuzung Währinger Straße/Spitalgasse bevor, die von sieben Bim- Linien befahren wird. Allerdings werde man bei laufendem Betrieb arbeiten, die Straßenbahnen fahren also wie gewohnt, versicherte Wiener- Linien- Geschäftsführer Günter Steinbauer. Autos in Richtung stadtauswärts müssen aber über Sensen- und Lazarettgasse ausweichen, die Behinderungen dauern von Anfang Juli bis Mitte August.

Stadt investiert 172 Millionen ins Straßennetz

Insgesamt investiert die Stadt rund 172 Millionen Euro in das Straßennetz, die Wiener Linien machen rund 13 Millionen Euro locker. Dazu kommen noch 95 Millionen Euro von der Asfinag, die für alle Autobahnen und Schnellstraßen zuständig ist. Diese ist mit vier Baustellen heuer weiterhin hauptsächlich mit der Südosttangente (A23) beschäftigt.

Als Hotspot kommt im November allerdings der Tunnel Kaisermühlen auf der A22 (Donauufer- Autobahn) dazu. Das Bauwerk habe gut 25 Jahre auf dem Buckel und gehöre auf Vordermann gebracht, erklärte Gernot Brandtner, der Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH. Mehr als 123.000 Pkws fahren täglich durch die Röhren. Voraussichtlich wird pro Richtung eine Fahrspur wegfallen, die Arbeiten werden bis Mitte 2016 dauern. Brandnter räumte ein, dass es wohl "die eine oder andere Stauerscheinung" geben werde.

Mit Baustellen- App gegen Stauchaos

Nach der harschen Kritik am Baustellenmanagement im vergangenen Sommer - Stichwort Westeinfahrt - will man die Sache heuer besser machen. Nicht zuletzt soll eine neue Baustellen- App dabei helfen, etwaige Riesenstaus zu vermeiden. Außerdem prüfe man nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr nun jene Firmen genauer auf ihre Vergangenheit, die sich an Ausschreibungen beteiligen, wurde versichert.

10.04.2015, 07:00
AG/red
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