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11.12.2016 - 09:38
Foto: Verlag Kremayr & Scheriau, AFP

Fukushima- Katastrophe: Das Leben danach

20.02.2014, 16:30
Kei Kondo hat seinen kleinen Bio-Bauernhof verloren. Sadako Monma musste ihren Kindergarten schließen - nur zwei von Tausenden Schicksalen nach der Katastrophe von Fukushima! In berührenden Porträts beschreibt die Journalistin Judith Brandner, wie sich die Atom-Apokalypse auf die dort lebenden Menschen auswirkte.

Immer noch gilt die Atomruine von Fukushima als nukleares Pulverfass. Und immer noch fließen Hunderte Tonnen an radioaktiv verseuchtem Wasser ins Meer. Die kontaminierte Region im Herzen Japans war und ist aber vor allem eines - Heimat für Menschen, die mit einem Schlag alles verloren hatten. Deren Entwurzelung wäre vermutlich im Nebel ungeschriebener Geschichten verschwunden, wenn nicht die bekannte Radio- Journalistin und Buchautorin Brandner direkt an den Ort des atomaren Grauens gereist wäre.

Berührende Bilder zu berührenden Worten

Als eine der ersten Zivilisten überhaupt wagte sich die mutige Wienerin in das Epizentrum des Gaus. "Ich bin dort etwa auf einen Biobauern getroffen, der seinen Hof verloren hat. Aber auch auf den Arzt und Diplomaten Ryohei Suzuki, der nach der Katastrophe zurückgekehrt ist, um im dortigen Krankenhaus zu arbeiten", schildert Brandner. Das vielleicht berührendste Porträt: jenes von Sadako Monma, der engagierten Krankenschwester, die schon wenige Stunden nach der Meiler- Explosion mit ihren Schützlingen für immer aus dem von ihr geleiteten Hort fliehen musste.

Die engagierte Redakteurin und international anerkannte Asien- Expertin wurde bei ihren Recherchen vom örtlichen Fotografen Katsuhiro Ichikawa begleitet. Berührende Bilder zu berührenden Worten. Denn das Duo hat Flüchtlinge im eigenen Land porträtiert - mit allen persönlichen und beruflichen Einschränkungen, die solche Menschen treffen.

Journalist werkt undercover in Atomruine

Da sind aber auch jene Fukushima- Opfer, die aus dem gravierenden Einschnitt neue Energie und Lebenskraft geschöpft haben. Andere wiederum sind knapp daran, an der Situation zu zerbrechen.
Das vielleicht spannendste Kapitel: die Geschichte eines Arbeiters in Fukushima, der eigentlich keiner ist. Denn es handelt sich um einen Journalisten, der undercover in der Atomruine werkt, um über die tatsächliche dramatische Situation zu berichten.

"Zuhause in Fukushima" wird am 4. März um 19 Uhr in der Buchhandlung Thalia in der Wiener Mariahilfer Straße erstmals präsentiert.

20.02.2014, 16:30
Mark Perry und Christoph Budin, Kronen Zeitung/red
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