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27.05.2017 - 12:13
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Flüchtlingsstrom: Taxifahrer an Grenze beordert

12.09.2015, 19:44
Angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise - am Samstag kamen in Nickelsdorf rund 6600 Menschen an - bleibt auch im Transportwesen offenbar kein Stein auf dem anderen: So werden mittlerweile heimische Taxilenker an unsere Grenze nach Ungarn beordert. Aber auch Möbelproduzenten sowie Anbieter von Zelten und Containern zählen zu den "Gewinnern" der Flüchtlingstragödie.

"Die Landespolizeidirektion Burgenland ersucht dringend um Mithilfe beim Transport der Flüchtlinge", steht unmissverständlich in einem Schreiben der Wirtschaftskammer an die Taxi- Innung. Die Fahrtkosten würden demnach von den Kriegsvertriebenen selbst bezahlt. Dementsprechend bildeten sich in den betroffenen Gemeinden des Burgenlandes Taxi- Kolonnen, wie man sie sonst nur von Großveranstaltungen her kennt.

Ähnliches gilt für Busunternehmen. Dass die Berufschauffeure wegen Schlepperei angezeigt werden, scheint damit ausgeschlossen.

Rekordumsätze für einige Branchen

Neben dem Milliardengeschäft der skrupellosen Schlepper gibt es somit auch legale Nutznießer der Tragödie. Betten, Matratzen, Decken gehören zu jenen Dingen, die für die Unterbringung von Flüchtlingen derzeit am dringendsten benötigt werden. So wird zum Beispiel das Möbelhaus IKEA zu einem der großen Gewinner der Flüchtlingskrise. Der schwedische Konzern soll sich kürzlich über ein Rekordwachstum und Umsatzplus von 11,2 Prozent gefreut haben dürfen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vermeldete. Aufgrund der Massenbestellungen habe es zwischenzeitlich sogar Lieferprobleme gegeben.

Und wie groß das Interesse daran ist, am moralisch fraglichen Gewinn- Kuchen mitzunaschen, zeigte nicht zuletzt die Aufregung jener Container- Anbieter, die vom Innenministerium nicht beauftragt wurden.

Flüchtlingswelle reißt nicht ab

Indes sind am Samstag an der österreichisch- ungarischen Grenze in Nickelsdorf erneut mehr Flüchtlinge angekommen als erwartet. Rund 6.600 Menschen hätten die Grenze überquert, sagte Polizeisprecher Helmut Marban am Abend. In der Nacht rechne er mit "Tausenden" weiteren Flüchtlingen: "Es können schon 3000 bis 5000 sein." Marban ist dennoch zuversichtlich, die Menschen über Nacht irgendwie unterbringen zu können. Rund 5000 Menschen seien bereits mit vier Sonderzügen und zahlreichen Bussen weggebracht worden. In Nickelsdorf habe man eine Kapazität von bis zu 4000 Menschen.

12.09.2015, 19:44
Klaus Lobnegger, Kronen Zeitung/red
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