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10.12.2016 - 19:56
Foto: AP

Fernfahrer will Schlepper auf A4 gesehen haben

31.08.2015, 07:01
Ein ungarischer Fernfahrer will den Lkw, in dem am Donnerstag im Burgenland 71 tote Flüchtlinge entdeckt wurden, bereits am Mittwochvormittag auf der Ostautobahn gesehen haben. Auch gab er gegenüber dem ungarischen Nachrichtenportal Index.hu am Sonntag an, dass er bei der Pannenbucht auf der A4 einen Schlepper gesehen habe. Die ungarischen Behörden kommentierten die Aussagen des Mannes, die laut dem Portal nicht überprüft werden können, nicht.

Der Fernfahrer hätte sich demnach bei Index.hu gemeldet und erklärt, er sei am Mittwoch gegen 9.45 Uhr aus Deutschland kommend nach Ungarn unterwegs gewesen, als er bei Parndorf den parkenden Lkw auf der Gegenfahrbahn wahrgenommen habe. Dabei habe er einen Mann gesehen, der die Hintertür des Lkws zuschlug. Dann sei dieser Mann panikartig zur Beifahrerseite eines vor dem Lkw abgestellten Pkws gelaufen und davongefahren.

Schlepper angeblich auf Foto erkannt

Als er am Donnerstag von der Tragödie erfuhr, sei ihm klar gewesen, dass er bei seiner Beobachtung jenen Augenblick wahrgenommen habe, in dem der Schlepper bemerkte, dass alle Menschen im Lkw tot waren, sagte der Fernfahrer dem Nachrichtenportal. Am Samstag hatte das Kreisgericht in Kecskemet U- Haft über vier festgenommene Verdächtige verhängt, von denen auch Fotos in den Medien veröffentlicht wurden . Auf einem will der Fernfahrer jenen Mann erkannt haben, der im Burgenland mit dem Auto davongefahren war.

Dass der Mann den Lkw bereits am Mittwoch gegen 9.45 Uhr auf der Ostautobahn entdeckt haben will, widerspricht jedoch den bisherigen Ermittlungsergebnissen. Denn laut den burgenländischen Behörden sei der Lkw, der sich am Mittwochmorgen noch unmittelbar vor der Grenze in Ungarn befunden habe, erst in der Nacht auf Donnerstag nach Österreich gefahren sein.

Vom ungarischen Landespolizeipräsidium wurde die Aussage des Fernfahrers nicht kommentiert. Auf Anfrage der APA hieß es von einer Sprecherin lediglich "kein Kommentar". Das Portal Index.hu bezeichnete den Mann zwar als "vertrauenserweckend", erklärte aber zugleich, seine Aussagen nicht kontrollieren zu können.

Noch keine offizielle Informationen aus Ungarn

Die österreichische Polizei hat aus Ungarn noch keine offizielle Information erhalten. Es sei unklar, ob der Mann überhaupt zur Polizei in seiner Heimat gegangen sei, sagte Polizeisprecher Helmut Marban am Sonntagabend. Er betonte, die Aussagen des Fernfahrers seien für ihn noch kein Faktum. Wäre dem so, würde es die Ermittlungen aber erleichtern, da man dadurch auch einen Personenbeweis hätte.

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AG/red
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