Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
30.04.2017 - 10:48
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Familiendrama mit 6 Toten: Urnen nicht beigesetzt

16.01.2017, 16:50

Es war ein Donnerstag, der 2. Dezember 2016, als Polizeibeamte Alarm schlugen: Im ehemaligen Schildberger Wirtshaus im niederösterreichischen Böheimkirchen stießen sie auf sechs Leichen  - die bis heute nicht zu Grabe getragen wurden, weil sich niemand zuständig fühlt. Seit Wochen stehen die Urnen der Verbrannten unangetastet bei der Bestattung.

Wir erinnern uns an die wohl schockierendste Bluttat des vergangenen Jahres. Martina R. (35) richtete ihre drei Kinder, den eigenen Bruder und ihre Mutter im Schlaf hin. Bevor sie sich selbst tötete, lebte die Baumarktangestellte noch neben ihren Opfern, die bis heute nicht in Frieden ruhen können. Ein Begräbnis kam nicht infrage, die Familie war ohne Glaubensbekenntnis. Nach langem Hin und Her entschied die Gemeinde, die sechs Opfer verbrennen zu lassen. Kostenpunkt: 4200 Euro.

In diesem Haus erschoss Martina R. fünf Menschen und sich selbst.
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER, Privat

Beisetzung in Depot am Zentralfriedhof wäre möglich

Doch weder der Onkel der Mörderin noch der Vater des erschossenen sechsjährigen Mädchens und der beiden Söhne (sieben bzw. neun Jahre alt) haben sich bis dato bereit erklärt, den letzten Akt der Tragödie in welcher Form auch immer zu Ende zu bringen. Sprich, die sechs Urnen beizusetzen. "Wir haben den Hinterbliebenen angeboten, ein Grab in Böheimkirchen zur Verfügung zu stellen", sagt Bürgermeister Johann Hell. Es gebe aber auch die Überlegung einer Beisetzung in einem Depot auf dem Wiener Zentralfriedhof. Was bleibt, ist die Frage: Sollen Täterin und Opfer in einem gemeinsamen Grab enden?

Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

"Horrorhaus nahezu unverkäuflich"

Im makabren Streit um die sechs Urnen ist jetzt ein Rechtsanwalt am Zug, der auch die Verlassenschaft regeln soll - ein Gewaltakt. "Das Horrorhaus ist nahezu unverkäuflich", sagt ein Insider, die Schuldenbelastung mit kolportierten 200.000 Euro enorm. Die Gemeinde hat ihren Part erledigt, Strom- und Wasserversorgung zum Tatort wurden gekappt.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum