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25.03.2017 - 10:58
Die drei Angeklagten am Weg in den Gerichtssaal
Foto: APA/DANIEL LIEBL/ZEITUNGSFOTO.AT

Familie nach Geldtransporter- Überfall verurteilt

06.11.2014, 12:38
Nach einem Überfall auf einen Geldtransporter im Mai dieses Jahres sind am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck ein 60-jähriger Tiroler und seine beiden Söhne zu Haftstrafen verurteilt worden. Der Vater erhielt zweieinhalb Jahre, der 28-jährige Sohn dreieinhalb und dessen 30 Jahre alter Bruder zwei Jahre Freiheitsstrafe. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Richter Gerhard Melichar sprach in seiner Urteilsbegründung von einer brutalen Tat. "Den Fahrer mit einem Kabelbinder zu fesseln und im Laderaum einzusperren ist eine brutale Tat, da gibt es nichts zu beschönigen", sagte der Richter.

Der Vater habe die geringste Strafe bekommen, weil er als einziger der Angeklagten keine einschlägige Vorstrafe hatte. Der ältere Bruder habe bei der Tat eine untergeordnete Rolle gespielt und sei lediglich mit dem Fluchtfahrzeug hinterher gefahren, erklärte Melichar die Abstufung der Strafen.

Finanzielle Notlage als Motiv

Dem Brüderpaar und dessen Vater war vorgeworfen worden, den Lenker des Geldtransporters mit einer Softgun bedroht, gefesselt und im Laderaum des Wagens eingesperrt zu haben. Alle drei Angeklagten hatten sich schuldig bekannt. "Aufgrund unserer finanziellen Notlage haben wir uns gemeinsam am Vortag dazu entschlossen, einen Geldtransporter zu überfallen", sagte der 28- Jährige.

Opfer: "Ich hatte Todesangst"

Der 60- jährige Vater beteuerte vor Gericht, dass er und seine Söhne dem Opfer nie gedroht hätten. "Wir haben ihm sogar ständig zugeredet und gefragt, ob es ihm gut geht", meinte er. Der als Zeuge geladene Lenker des Transporters beschrieb den Überfall jedoch anders. "Ich hatte Todesangst", erklärte er im Prozess. Er sei seit dem Überfall immer noch im Krankenstand. "Ich habe Probleme mit der Öffentlichkeit, in Tiefgaragen und wenn sich mir Personen von hinten nähern", meinte er.

Der Überfall war am 15. Mai kurz nach 14 Uhr im Stadtteil Reichenau verübt worden , als der Fahrer des Transporters Einnahmen eines Lebensmittelmarktes im Fahrzeug verstauen wollte. Die Täter versuchten in zwei Tiefgaragen in den Stadtteilen Amras und Höttinger Au den Tresor aufzuflexen, wurden jedoch beide Male gestört. Gegen 15.40 Uhr suchten die drei Männer schließlich das Weite. Das Opfer rief wenige Minuten später um Hilfe und wurde von einer Frau gehört, die die Polizei alarmierte.

Nachdem die Polizei drei Tage später ein Bild einer Überwachungskamera veröffentlicht hatte, stellte sich einer der Brüder, wenige Stunden darauf auch der zweite. Der Vater der beiden wurde am Tag darauf in einem Supermarkt in der Innenstadt von einem leitenden Mitarbeiter des Landeskriminalamtes erkannt und festgenommen.

06.11.2014, 12:38
AG/red
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