Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
08.12.2016 - 06:00
Foto: JOACHIM MAISLINGER

Ex- Primar: "Viele Bettler sind schwer krank"

12.04.2014, 10:11
"Es ist unerträglich und es ist unmenschlich, was hier in Salzburg um die Bettler geschieht", sagt Gernot Pauser. Der erstklassige Mediziner und langjährige Leiter von Intensivstation und Anästhesie im Landesspital arbeitet seit seiner Pensionierung im Malteser Hospitaldienst. Viele seiner Patienten sind nämlich "schwer krank".

Als Freiwilliger half er zuletzt auch immer wieder in der Notschlafstelle am Müllner Hügel. Dort betreuten Caritas, Barmherzige Brüder und Malteser Hilfsbedürftige – "auch Kranke konnten sich melden. Die habe ich genau untersucht", erklärt der frühere Primararzt an den Landeskliniken. Was er dabei gesehen hat, lässt den erfahrenen Mediziner selbst Wochen danach noch schaudern: "Ich habe auch eine ganze Reihe der armseligen Gestalten untersucht, die als Bettler bei uns um Almosen heischen", schildert Pauser (Bild).

"Viele Bettler müsste man stationär aufnehmen"

Seine Bilanz: "Die Leute sind zu einem großen Teil schwer krank. Was ich da gesehen habe, ist ein Querschnitt durch die Wiese der Notfallambulanz. Viele der Bettler müsste man eigentlich stationär aufnehmen, sie hätten ja auch einen Anspruch, ganz normal im Spital betreut zu werden."

Bronchitis, Verkühlungen oder Lungenentzündigungen sind ohnehin normal – "die Leute sitzen ja in bitterster Kälte am Boden". Er stellte bei Messungen fest, "dass manche einen Blutdruck von 200 haben, ohne dass sie behandelt werden. Nach Operationen am Rücken oder Unterleib gibt es keine Gelegenheit zum Ausheilen - schrecklich."

"Jämmerliches Bild"

Was den Mediziner sehr bedrückt: "Das Thema Bettler spaltet unsere Gesellschaft." Auch die Malteser würden oft schief angesehen, wenn sie diesen Ärmsten der Armen helfen - "aber diese Menschen brauchen Hilfe". Pauser finden es "untragbar, dass die EU sich nur um die Gurkenkrümmung und Energiesparlampen kümmert. Und dass sich die Politik heraushält und karitativen Organisationen wie Caritas oder Maltesern die Betreuung überlässt. Es ist ein jämmerliches Bild, das sich da in der touristischen Weltstadt Salzburg bietet."

12.04.2014, 10:11
Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum