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04.12.2016 - 23:42
Foto: tvthek.orf.at

Eugen Freund: "Man wirft Schmutzkübel auf mich"

18.05.2014, 11:46
Zum zweiten Mal nach 1999 geht die SPÖ mit einem Quereinsteiger ins EU-Rennen: Eugen Freund polarisiert nicht nur innerhalb der Partei, zuletzt sah sich der Spitzenkandidat auch mit einem Kommentar in der "Washington Post" von 2001 konfrontiert, in dem er sich wenig schmeichelhaft über sein Heimatland geäußert hatte. In der ORF-"Pressestunde" am Sonntag verteidigte sich Freund: "Man wirft Schmutzkübel auf mich." Der Artikel in der "Post" sei "durchwegs ironisch" gemeint gewesen.

Kratziges Klopapier, gebückte Menschen und – zumindest damals – kein "Sackerl fürs Gackerl": In dem Zeitungskommentar hatte sich Freund nicht gerade nett über die Österreicher und Europäer geäußert. In der ORF- "Pressestunde" ruderte der SPÖ- Quereinsteiger für die Europawahl nun zurück: Es handle sich bei der Sache um eine "Schmutzkübelkampagne" aus den Reihen der ÖVP.

"Ich habe diesen Beitrag durchaus ironisch gemeint. Wer sich die Zeit nehmen würde, diesen Kommentar genau zu lesen, der würde schmunzeln und nicht diese Schlüsse ziehen, die jetzt wegen des Wahlkampfs gezogen werden", so der ehemalige USA- Korrespondent. Doch nicht nur der "Post"- Kommentar könnte Eugen Freund Stimmen kosten: Auch seine Schätzung, ein Arbeiter verdiene 3.000 Euro monatlich, brachte Freund nicht unbedingt Sympathien ein.

Spesen- Skandal: "Alles wegen der Putzfrau"

Zudem sorgte ein alter Spesenkonflikt mit seinem Ex- Arbeitgeber, dem ORF, für Schlagzeilen. Die Überführung seines Oldtimers nach Österreich sowie Zahnarztkosten sollen laut Medienberichten zu Auseinandersetzungen mit der damaligen ORF- Führung geführt haben.

Freund sieht das allerdings anders: "Ausgangspunkt war, dass wir damals mit Währungsunterschieden zwischen Dollar und Schilling zu kämpfen hatten und deswegen der Putzfrau im ORF- Büro statt sieben Dollar pro Stunde nur sechs zahlen konnten. Die Putzfrau war deshalb sauer, und da hab ich dem ORF gesagt: 'Das geht nicht.'" Er habe eben "vehement darauf hingewiesen, dass wir in Schilling bezahlt werden. Wenn sogar die Putzfrau drunter leidet".

Doch auch innerhalb jener Partei, für die Eugen Freund in den EU- Wahlkampf zieht, ist er nicht unumstritten, denn der Ex- ORFler ist kein SPÖ- Mitglied. Er wolle sich damit "seine Unabhängigkeit erhalten", so Freund. Dennoch schließe er nicht aus, einmal Parteimitlied zu werden, seinen seine Vorbilder doch Willi Brandt und Bruno Kreisky: "Kreisky war ein Leuchtturm für Europa und eine Lichtgestalt für Österreich."

Freund auf Parteilinie

Auch in Sachen Finanz- und Sozialpolitik bleibt Freund auf Parteilinie. Er unterstütze die Forderung nach einer Vermögenssteuer, weil "jene, die diese Krise verursacht haben, auch ihren Beitrag zur Lösung dieser Krise leisten müssen", und wünsche sich, dass man "Menschen statt Banken" retten solle.

In Sachen Weltpolitik gab es vom ehemaligen Korrespondenten schon etwas schärfere Töne zu hören. Russland habe mit der Annexion der Krim "eine Völkerrechtsverletzung begangen". Schärfere Sanktionen müssten her, gleichzeitig müsse man aber einen Krieg mit allen Mitteln verhindern.

Karas: Keine Auflösung des Bundesheers

Nach Eugen Freund stellte sich ÖVP- Spitzenkandidat Othmar Karas den Fragen in der "Pressestunde". Er sprach sich für eine Energie- Union und die Koordinierung nationaler Armeen "unter einem Dach" aus. Die von den NEOS geforderte EU- Armee unter Auflösung des Bundesheers will Karas nicht, aber gemeinsame Battle Groups (mit freiwilliger Teilnahme) unter gemeinsamem EU- Kommando.

Die Darstellung, er habe die ÖVP mit Androhung einer eigenen Liste dazu gebracht, ihn zum Spitzenkandidaten zu machen, wies Karas zurück: "Ich erpresse nicht." Den auf ihn zugeschnittenen Wahlkampf - ohne ÖVP- Logo auf Plakaten - verteidigte er. Er spiele die Partei nicht gegen sich selbst aus, "aber im Europaparlament sind Personen stärker als die Partei", meinte er - ohne den Hinweis zu vergessen, dass er 2009 mit einer erfolgreichen Vorzugsstimmenkampagne den Listenersten Ernst Strasser überflügelt hatte.

18.05.2014, 11:46
red
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