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10.12.2016 - 04:16
Foto: APA/SCHLAGER (Symbolbild)

Enkel rammte Oma Messer in Rücken: Einweisung

05.05.2015, 13:52
Ein 20-Jähriger, der Mitte Februar seine eigene Großmutter im Wiener Bezirk Floridsdorf mit einem Messer attackiert und der 69-Jährigen dabei eine schwere Stichverletzung am Rücken zugefügt hatte, ist am Dienstag in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Stimmen sollen dem jungen Mann die Tat befohlen haben, er war laut Sachverständigengutachten nicht zurechnungsfähig.

Bereits 2012 hatte der Angeklagte versucht, seine Mutter sowie die Großmutter mit insgesamt 18 Messerstichen zu töten. Damals jedoch war er als zurechnungsfähig diagnostiziert und zu drei Jahren Haft wegen versuchten Totschlags verurteilt worden. Während der Haft begann der 20- Jährige dann Stimmen zu hören, die ihm befahlen, jemanden zu töten. Darüber hinaus fantasierte er davon, jemanden zu häuten.

Die Situation verschlimmerte sich nach seiner Entlassung und nachdem er eine stationäre Therapie abgebrochen und die Einnahme seiner Medikamente gestoppt hatte. Die Ärzte sorgten sich bereits damals um die Sicherheit der Großmutter, was bei dieser aber Entrüstung hervorrief.

"Schatzi, ich habe schon wieder Mordgedanken"

Am 15. Februar wachte der junge Mann auf und sagte zu seiner Freundin: "Schatzi, ich habe schon wieder Mordgedanken." Anschließend ging er in die Küche, suchte das längste Küchenmesser aus und rammte es seiner Oma, die dort bei einem Kaffee Zeitung las, in den Rücken. Das geschah derart heftig, dass die 20 Zentimeter lange Klinge brach und in der Wunde stecken blieb. Große Blutgefäße wurden nur um Zentimeter verfehlt. Anschließend spazierte der junge Mann mit seiner Freundin davon, die während der Tat nicht im Zimmer gewesen war und nichts von der Verletzung der Pensionistin bemerkt hatte. Der 20- Jährige stellte sich wenig später auf Anraten der Mutter bei der Polizei.

Drogen bestimmten Kindheit und Alltag

Der psychiatrische Sachverständige Karl Dantendorfer zeichnete ein trauriges Bild vom Leben des Angeklagten: Als Kind drogensüchtiger Eltern musste er bereits nach seiner Geburt einen Entzug absolvieren, zudem hatte das Suchtgift im Körper der Mutter sein Gehirn irreparabel geschädigt. Ab seinem 13. Lebensjahr konsumierte er selbst "alles, was auf dem Drogenmarkt zu kaufen ist". Im Laufe der Zeit entwickelte er eine Krankheit, die dem schizophrenen Formenkreis zuzurechnen ist, sagte der Psychiater. Seit seinem 18. Lebensjahr hörte er Stimmen, die ihm wahllos Morde befahlen. Am Tattag hatte er nicht mehr die Kraft, sich dagegen zu wehren.

Hohes Risiko für weitere Gewalttaten

Auch unter sehr schwerer Medikation, die ihm während der Haft verabreicht wird, verstummen die Stimmen im Kopf des Angeklagten nicht ganz - unter anderem eine Folge der Hirnschädigung, die die Wirkung der Arzneien vermindert. Eine nur bedingte Einweisung sei "undenkbar", führte der Sachverständige aus. Es bestünde ein sehr hohes Risiko für weitere Gewalttaten.

Dieser Argumentation folgte der einstimmige Spruch der Geschworenen. Richterin Beate Matschnig appellierte an den 20- Jährigen, bei der Therapie mitzuhelfen. Ab nun werde jährlich untersucht, ob sich sein Zustand so weit gebessert habe, dass er die Anstalt wieder verlassen darf und eine Behandlung in Freiheit denkbar erscheint.

05.05.2015, 13:52
AG/red
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