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11.12.2016 - 07:43
Foto: Peter Tomschi

"Eines Morgens lag Papas Freundin in meinem Bett"

28.03.2016, 19:48

Lugners for President! Mit diesem Slogan ist der Weg von der Einfahrt in die Tiefgarage der Lugner- City bis ins Büro von Richard Lugner gepflastert. Dazu Fotos des "First Couple" Richy und Cathy. Wer hätte gedacht, dass der Baulöwe es doch noch schafft, sogar mehr als 6000 Unterstützungserklärungen zu sammeln? Sein Sohn Alexander jedenfalls nicht. "Kein Kandidat tritt gemeinsam mit seiner Frau an", erlaubt er sich zu bemerken. Lugner senior überhört's und wickelt sich und seinen Erstgeborenen für das gemeinsame "Krone"- Foto in die Europafahne ein. Daumen hoch! Und Kusch. Dann starten Vater (83) und Sohn (53) ein köstliches Streitgespräch.

Foto: Peter Tomschi

"Krone": Wie ist es, der Sohn von Richard Lugner zu sein?
Alexander setzt ein verzweifeltes Gesicht auf. Sein linkes Auge hängt ein bisschen, genau wie das seines Vaters, er sieht müde aus. Der Bauunternehmer (derzeit arbeitet er an der Erweiterung der Lugner- City Richtung Wurzbachgasse) hat schon einen Bundespräsidentschaftswahlkampf mitgemacht. Er weiß, wie es endet.
Alexander: Sagen wir so: Bis zur Scheidung meiner Eltern war alles in Ordnung. Danach war es hart.
Richard: Ich habe von all meinen Freundinnen immer wieder verlangt, sie müssen den Sohn akzeptieren. Es hat nicht funktioniert.
Alexander: Mit der zweiten hab ich mich gut verstanden, auch mit der dritten ging es noch relativ gut.
Richard: Die ist leider gestorben.
Alexander: Die ist leider gestorben, und mich hat er hingeschickt ins Spital. Sie lag nach einer Nasen- OP im Koma, der hat sich nicht mehr hingetraut.
Richard: Ich wollte sie nicht sehen, in dem Zustand.
Alexander: Ich musste tapferer sein als er.

Foto: Peter Tomschi

"Krone": Was war so schlimm nach der Scheidung?
Alexander: Als meine Eltern sich trennten, wurden wir aufgeteilt. Ich und mein Bruder und auch unsere zwei schwarzen Schäferhunde. Andreas blieb bei der Mama, ich zog mit Papa und dem Rüden, er hat Ajax geheißen, von der Halbgasse in die Kaiserstraße.
Richard: Er war eh schon 15.
Alexander: Eines Morgens ist seine Freundin in meinem Bett gelegen, da war ich 17. Ich fragte: Was ist denn hier los? Na dein Papa schnarcht ja so fürchterlich, meinte sie. Aber es ist nichts passiert.

"Krone": Wie wurde Alexander erzogen?
Richard: Schon streng.
Alexander: Sehr, sehr streng. Militärisch!
Richard: Ohrfeigen waren damals noch gang und gäbe. Mich hat der Professor in der Mittelschule noch an den Ohren aus der Bank herausgezogen und mich in die Ecke gestellt.
Alexander: Aber das war der Professor, nicht der Vater. Ich erinnere mich, dass wir am Freitagnachmittag nach Breitenfurt gefahren sind. Dort haben wir zeitweise gewohnt. Dann ist mein Vater ausgegangen und ich war das ganze Wochenende allein. Das waren fürchterliche Erlebnisse in Breitenfurt.
Richard: Aber ich hab dich doch jeden Morgen in die Schule geführt.
Alexander: Aber ich bin jeden Tag zu spät gekommen, weil du nicht aufgestanden bist. Ich habe ihm sogar Frühstück gemacht! Und das G'wand hingelegt, das er anziehen soll. Wirklich, das war kein Spaß.
Richard: Ich bin modisch leider daneben.

Foto: Peter Tomschi

"Krone": Und was hat der Vater für den Sohn gemacht?
Richard: Ich bin mit ihm nach Davos gefahren, ins Haus, in dem auch Prinzessin Anne gewohnt hat. Da war er drei, und ich wollte, dass er Skifahren lernt. Aber das hat noch nicht funktioniert.
Alexander: Nicht viel später bin ich schon in Amerika gewesen, bei einer Gastfamilie, die mein Vater in der Karibik kennengelernt hatte.
Richard (nickt): Als Alexander sechs war, habe ich ihn nach Kanada geschickt, damit der Bub rechtzeitig Englisch lernt.
Alexander: Mit einem Wörterbuch hat man mich geschickt. Mein Vater hat mich immer ins kalte Wasser gestoßen.

"Krone": Wie kommt Alexander heute mit seinen Halbgeschwistern aus?
Alexander: Ich habe eine Mutter und einen Vater und einen Bruder. Aus.
Richard: Und der Vater hat noch zwei Töchter.
Alexander: Die Nadine, sie ist Rechtsanwältin in Las Vegas, habe ich vor acht Monaten kennengelernt. Bei der Hochzeit mit einer gewissen Christina war ich sogar Trauzeuge. Mit denen hatte ich aber kein gutes Einvernehmen. Mit der Tochter: null Kontakt.
Richard: Trotzdem: Einmal im Jahr ist die ganze Familie bei mir zu Hause eingeladen. Alle Frauen, alle Kinder.
Alexander: Ein Horror.

Foto: Peter Tomschi

"Krone": Hat es Momente gegeben, wo der Vater dem Sohn richtig peinlich war?
Alexander: Ja. Ich mische mich nicht in seine Privatangelegenheiten ein, aber ich finde, dass zum Beispiel Selfies in der Badewanne in der Öffentlichkeit nichts verloren haben.
Richard: Darf ich auch einmal was sagen? - Er holt zu einer langen Rede gegen Rot- Schwarz aus. Der Sohn lässt den Wortschwall geduldig über sich ergehen.

"Krone": Ist der Vater ein würdiger oder doch nur ein Jux- Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten?
Alexander: Wenn er es machen will, dann soll er es machen.
Richard: Man soll meine Anhängerschaft nicht unterschätzen.

Auf Alexanders Mutter Christine folgten zahlreiche Freundinnen und vier weitere Ehefrauen.
Foto: Peter Tomschi

Alexander & Richard Lugner
Als Alexander geboren wurde... war Richard Lugner gerade auf einer Baustelle. "Es war der 8. Jänner 1963 und es schneite", erinnert er sich. "Um 13.30 Uhr ging das Piepserl los. Ich suchte eine Telefonzelle und rief meine Sekretärin zurück. 'Sie haben einen Sohn!', teilte sie mir feierlich mit."
Seine früheste Erinnerung an den Vater? "Am Heiligen Abend ist Papa mit uns im Doppeldeckerbus durch die Stadt gefahren, damit Mama die Bescherung vorbereiten konnte."
Was hat er vom Vater gelernt? "Nur der Erfolg zählt und das Resultat. Alles andere ist uninteressant."
Und was hat am meisten genervt? "Seine Frauen."

Video: 6000 Unterschriften - Lugner darf antreten

Video: krone.tv

28.03.2016, 19:48
Conny Bischofberger, Kronen Zeitung
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