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23.05.2017 - 13:58
Foto: APA/ERWIN SCHERIAU, krone.at-Grafik

Die peinlichsten Pannen der "Ära" Eurofighter

17.02.2017, 06:00

Die Endlos- Causa Eurofighter ist durch die Klage Österreichs nun um ein Kapitel reicher. Doch bereits lange vor der Anschaffung der Abfangjäger begann im wahrsten Sinne des Wortes das Trudeln. Neben zahlreichen technischen Pannen und einem U- Ausschuss sollten aber vor allem die Korruptionsvorwürfe rund um den Ankauf der Fluggeräte nie ganz verstummen ... Im Bundesheer und im Verteidigungsministerium blieb meist nur die Krisen- PR, getreu dem Motto: "Wir fliegen trotzdem weiter!"

Im Jahr 2000 beschloss die schwarz- blaue Regierung den Kauf neuer Abfangjäger, am 1. Juli 2003 wurde der Kaufvertrag für die Nachfolger der Draken unterzeichnet. Ursprünglich sollten 24 Jets gekauft werden, wegen des Jahrhundert- Hochwassers im Jahr 2002 wurde die Anzahl dann auf 18 reduziert. Im Jahr 2007 wurde unter dem damaligen Verteidigungsminister Norbert Darabos die Stückzahl auf 15 reduziert, der Eurofighter- Untersuchungsausschuss wurde eingesetzt. Dieser endete ohne einen Abschlussbericht, nachdem die SPÖ die rot- grün- blaue Allianz innerhalb des U- Ausschusses verlassen hatte.

Auch politisch sorgten die Eurofighter immer wieder für Wirbel.
Foto: APA/Guenter R. Artinger

Neben zahlreichen Korruptionsvorwürfen sorgten aber auch die technischen Pannen der Eurofighter für Schlagzeilen. Erst 2015 brachte die deutsche Bundeswehr die "Bohrloch- Affäre" ins Rollen. So seien "Fertigungsmängel im Bereich der Verbindung zwischen dem Seitenleitwerk und dem Rumpf" festgestellt worden, berichtete im Oktober 2015 die "Süddeutsche Zeitung". Aus Österreich hieß es dazu, man habe das Problem bereits 2014 bei Routinekontrollen festgestellt, werde aber den Flugbetrieb fortsetzen.

Foto: APA/Herbert Neubauer

Falsche Bohrlöcher und lockere Tanks

In Deutschland wurde im Herbst 2015 ein weiterer Zwischenfall gemeldet: Der rechte Außentank des Flugzeugs sei "beim Rollen zur Startposition" auf dem Rollweg abgefallen, bestätigte das Verteidigungsministerium. Bei der Überprüfung aller Maschinen habe man festgestellt, dass "das notwendige Drehmoment", also die Anzugstärke der Schrauben an der Haltevorrichtung für den Außentank, "nicht vorhanden war".

2007 landete der erste Eurofighter in Zeltweg.
Foto: APA

Über die Einsatzfähigkeit der rot- weiß- roten Eurofighter spricht man im Verteidigungsministerium nicht ganz so gerne. Seit 2014 sind wegen Sparmaßnahmen statt davor 18 nur noch zwölf Eurofighter- Piloten im Einsatz. 2013 musste ein komplettes technisches Upgrade durchgeführt werden. Zuvor hatte "Spiegel Online" berichtet, dass die Schleudersitze der deutschen Eurofighter Probleme mit den Absprengkapseln hätten.

Ministeriumssprecher an Eurofighter: "Warum quälst du mich so?"

Auch in Österreich kam es immer wieder zu Pannen. Laut dem Sicherheitssprecher der Grünen, Peter Pilz, gab es im Zeitraum 2008 bis 2011 68 Zwischenfälle, alleine 2010 insgesamt drei Notlandungen mit den Eurofightern: Verlust von Hydraulik- Flüssigkeit, Probleme mit der Treibstoffversorgung, Ausfall des Bordcomputers usw.

2014 musste ein Eurofighter in Innsbruck notlanden.
Foto: APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL

Im Oktober 2014 musste ein Eurofighter am Flughafen Innsbruck wegen eines defekten Ventils notlanden. Andreas Strobl, Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Gerald Klug (SPÖ), klagte auf Twitter: "Eurofighter, du schönster aller Vögel, warum quälst du mich so?!?!?!"

Und so wie es aussieht, dürfte das Thema Eurofighter auch in Zukunft die Ministeriumssprecher beschäftigen. Denn Hersteller Airbus überlegt nun, die Endmontage in Deutschland zu schließen, wo auch Österreich seine Ersatzteile bezieht. Allerdings wurde man von Herstellerseite nicht müde, sofort zu betonen, dass das natürlich keine Auswirkungen auf die rot- weiß- roten "Adler" haben werde.

Video: Steuerzahler finanzierten laut Doskozil Eurofighter- Schmiergeld

Video: APA

Redakteurin
Michaela Braune
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