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07.12.2016 - 16:46
Foto: Peter Tomschi, Martin Jöchl, Imre Antal, Zwefo

Die heißesten, kühlsten Arbeitsplätze des Landes

11.08.2015, 17:55
Der Hitzesommer gibt noch einmal kräftig Gas. Die kommenden Tage steuern wir laut Meteorologen auf 38 Grad zu. Die "Krone"-Reporterinnen Martina Münzer und Katharina Pirker haben die kältesten und heißesten Jobs im Land aufgespürt.

Zu den Hotspots zählen die Baustellen. Am Wiener Gürtel wird z.B. der Gussasphalt verstrichen. Er dampft mit 270 Grad, dazu kommt noch die Belastung durch Abgase durch die Blechkolonnen daneben. Die Männer haben trotzdem nicht ihren Schmäh verloren. Auch den Kellnern in den Gastgärten läuft der Schweiß in Strömen von der Stirn. Der "coolste" Arbeitsplatz ist derzeit wohl in den Kühlräumen der Fleischverarbeiter. Hier herrschen Eisschranktemperaturen. Aber auch die Tierpfleger im Pinguin- Gehege von Schönbrunn freuen sich über aktische Zustände...

Herbert Hirsch (48), MA- 48- Mitarbeiter am Mistplatz Wien- Döbling: "Auch wenn es 41 Grad hat, müssen wir aus Sicherheitsgründen lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen. Aber mit Kappe, Sonnencreme und viel lauwarmem Wasser übersteht man die Hitze."

Herbert Hirsch (48) arbeitet am Mistplatz in Wien-Döbling bei 41 Grad.
Foto: Peter Tomschi

Raluka Galea (17), Kellnerin im Burgrestaurant in Güssing, Burgenland: "Hier zu arbeiten ist wirklich sehr angenehm. Das Restaurant gilt als Geheimtipp für alle, die unter der Hitze stöhnen und auf der Suche nach einem kühlen Lokal sind. Wir haben hier nur zwischen 18 und 24 Grad. Viele Freunde beneiden mich um diesen Job. Es ist wirklich super."

Raluka Galea (17), Kellnerin im Burgrestaurant Güssing, arbeitet bei 18 Grad.
Foto: Christian Schulter

Martin Nikowitz (43), Partieführer: "Der Gussasphalt hat 270 Grad. Bis zu 30 Tonnen verstreichen wir täglich. Der Zusammenhalt in der Partie ist wichtig. Letzte Woche sind zwei Arbeiter kollabiert. Ich trinke täglich fünf Flaschen Mineral. Das ist eine Arbeit. Dabei würde ich gerne unsere Politiker sehen."

Partieführer Martin Nikowitz (43, im Bild rechts unten) arbeitet bei 45 Grad.
Foto: Zwefo

Horst Pewal (52), Fleischverkäufer bei Grögl auf dem Großmarkt Inzersdorf: "Ich fühle mich in der Kühlkammer wohl, bin selten krank. Mit 15 habe ich meine Lehre begonnen, ich bin Temperaturen um die zwei Grad und darunter gewöhnt. Wenn ich heute nach Hause komme, gehe ich Rad fahren."

Fleischverkäufer Horst Pewal (52) arbeitet bei 1,5 Grad.
Foto: Zwefo

Wolfgang Tatschl (59), Kellner im Schweizerhaus in Wien: "Heute hat es 35 Grad im Schatten: Die Gäste genießen ihr kühles Bier. Ich mache den Job schon seit 24 Jahren, anstrengend ist er bei dieser Hitze trotzdem, und es ist angeblich kein Ende dieser Hitzewelle in Sicht. Ich stille meinen Durst mit etlichen Litern pro Tag, aber natürlich nur mit Wasser!"

Schweizerhaus-Kellner Wolfgang Tatschl (59) arbeitet bei 35 Grad.
Foto: Peter Tomschi

Florian Bauchinger (33), Katakomben- Führer im Stephansdom: "Die Führungen in den Katakomben genieße ich zurzeit sehr. Vor allem bei 17 Grad Raumtemperatur ist das natürlich angenehm! Viele Touristen fliehen besonders bei dieser Hitze in das Reich der Toten. Auch Wiener sind natürlich herzlich willkommen. Neben einer Abkühlung erfahren sie auch Historisches."

Florian Bauchinger (33), Katakomben-Führer, arbeitet bei 17,5 Grad.
Foto: Martin A. Jöchl

Rudolf Kerschner (51), Kranführer in Hagenbrunn (Niederösterreich): "Ich fange möglichst bald in der Früh an und nehme sehr viel Wasser mit in meine Kabine. Da ist es noch relativ kühl, zumindest erträglich. Dann arbeite ich bis zum späten Vormittag. Am Nachmittag ist Schluss. Die Hitze hier oben ist unerträglich, es fühlt sich wie 70 Grad an, es dürfen aber 'nur' 45 sein. Eine Klimaanlage in der Kabine wäre jetzt ein Traum."

Kranführer Rudolf Kerschner (51) arbeitet bei 45 Grad.
Foto: Imre Antal

Ludwig Fessl (53), Tierpfleger in Schönbrunn: "Besonders bei diesen Temperaturen freue ich mich über die Abkühlung im Polarium bei zwölf Grad. Nach 38 Dienstjahren gewöhnt man sich an die Temperaturschwankungen, wenn man zu den Tieren kommt. Pro Tag verbringe ich bis zu drei Stunden bei den Felsen- und Königspinguinen - erfroren bin ich nie."

Schönbrunn-Tierpfleger Ludwig Fessl (53) arbeitet - im Polarium - bei zwölf Grad.
Foto: Martin A. Jöchl

11.08.2015, 17:55
Kronen Zeitung/kal
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