Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
23.08.2017 - 09:30
Es tut uns leid, Ihr Browser ist veraltet.
Aktualisieren Sie Ihren Browser, um das Video zu sehen.
Foto: APA/Hans Punz, twitter.com / Video: krone.tv

"Demo- Schlacht war wie Vorstufe zum Bürgerkrieg"

12.06.2016, 14:15

Die Demonstration gegen einen rechtsradikalen Aufmarsch in Wien ist am Samstag von Gewalt überschattet worden: Weil Gegendemonstranten den Zug der Identitären blockieren wollten, musste die Polizei Pfefferspray einsetzen. 13 Teilnehmer wurden verletzt, ein Aktivist der Identitären sogar schwer. Es kam zu sieben Festnahmen. Innenminister Wolfgang Sobotka verurteilte die Vorgänge scharf: "Unter dem Deckmantel der Demonstrationsfreiheit Gewalt gegenüber Mitmenschen anzuwenden, ist in keinster Weise zu tolerieren, im Gegenteil: Es ist zu verurteilen." Auch im Web wird nach den Krawallen heftig debattiert.

"Die Demo- Schlacht war wie eine Vorstufe zum Bürgerkrieg", ist etwa auf Twitter zu lesen. Auch die krone.at- User lassen die schweren Ausschreitungen nicht kalt: "Gegendemos zum selben Zeitpunkt gehören verboten. Oder sollte noch was Schlimmeres passieren? Die haben sich drauf vorbereiteten, die hatten ja schon Flaschen und Steine mit", schreibt etwa User Shadon.

Karrramba setzt die Gewalteskalation in Zusammenhang mit der rechtsradikalen Störaktion vor wenigen Tagen an der Uni Klagenfurt : "Wer den Sturm von teilweise vermummten Rechtsextremisten auf eine UNI und andere Veranstaltungen bejubelt und verharmlost darf sich nicht wundern wenn sich Linksextremisten im Recht fühlen wenn sie auch Gesetze brechen. Gewalt ist immer und egal von wem zu verurteilen." Crash57 zieht eine düstere Bilanz mit einem wenig optimistischen Ausblick: "Und die Gräben werden immer tiefer..."

Foto: krone.tv

Gerücht um Identitären- Demonstrant im Koma

Verwirrung gab es nach der Demonstration längere Zeit über einen angeblich im Koma liegenden Teilnehmer der Identitären- Kundgebung. Angeheizt wurde diese durch diverse Einträge in sozialen Medien. Tatsächlich wurde der betreffende Mann zwar mit einer Kopfverletzung im AKH operiert, im Koma befindet er sich aber offenbar nicht.

"Einen Koma- Patienten gab es nicht", teilte die Wiener Berufsrettung am Sonntag mit. Auch der Wiener Krankenanstaltenverbund bestätigte, dass der betroffene Mann ansprechbar sei. Das UKH Meidling, wo der Mann nach den ursprünglich verbreiteten Gerüchten notoperiert worden sein soll, hat keine bei der Demonstration verletzten Patienten aufgenommen: "Es gibt niemanden, der mit einer schweren Verletzung in das UKH Meidling gekommen ist", sagte ein Sprecher des Spitalsbetreibers.

Sobotka verurteilt Gewalt gegen Polizisten

Für Innenminister Sobotka sind die Attacken auf mehrere Polizisten besonders scharf zu verurteilen. "Ich darf hiermit allen Polizistinnen und Polizisten meinen größten Dank aussprechen. Diese Situation zeigt, dass sie mit vollstem Einsatz Ausschreitungen dieses Ausmaßes schnell unter Kontrolle bringen. Eines möchte ich festhalten: Das Demonstrationsrecht zählt zu den höchsten Gütern der Demokratie, allerdings haben Gewaltausschreitungen im Rahmen von Demonstrationen definitiv keinen Platz!"

Demozug startete verspätet

Der Demozug der Rechten hatte sich am Samstag kurz nach 14.30 Uhr mit etwas Verspätung in Richtung Schönbrunn in Bewegung gesetzt. Die bis zu 1000 Teilnehmer hatten sich zuvor im Märzpark versammelt und flüchtlingsfeindliche Parolen skandiert.

Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Die insgesamt rund 1000 linken Aktivisten schafften es in der Folge, Polizeiabsperrungen zu umgehen. Der Identitären- Tross musste daher von der ursprünglich geplanten Route abweichen. Gegen 15.30 Uhr gingen die Teilnehmer am Neubaugürtel in Richtung Westbahnhof, dabei wurden sie immer wieder von Gegendemonstranten mit Plastikflaschen und Wasserbomben beworfen - auch Steine und Eisenstangen sollen laut Polizei geflogen sein. Mehrmals explodierten auch Knallkörper.

Polizeisprecher Thomas Keiblinger sprach von "massiver Gewalt", die zum Einsatz kam. Einschreitende Beamte seien selbst von Teilnehmern der Gegendemonstrationen "mehrfach tätlich attackiert" worden. "Die Polizisten mussten mehrere Male von ihren Pfeffersprays Gebrauch machen, um sich gegen diese Übergriffe zu verteidigen", hieß es.

1000 Polizisten im Einsatz

Gegen 16.30 Uhr löste sich die Kundgebung der Identitären auf. Auch die Offensive gegen Rechts erklärte ihre Gegendemonstration für beendet und sprach von einem "großen Erfolg", weil der ursprünglich geplante Demonstrationszug bis nach Schönbrunn vereitelt wurde.

Die Polizei, die mit 1000 Beamten im Einsatz stand, sah ihren Einsatz ebenfalls als Erfolg: Das Einsatzziel, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu schützen sowie das direkte Aufeinandertreffen verschiedener politischer Gruppen zu unterbinden, konnte erreicht werden. "Wenn eine Versammlung angemeldet wurde, ist die Polizei verpflichtet, den ordnungsgemäßen Ablauf zu gewährleisten", so die Exekutive in einer Aussendung.

12.06.2016, 14:15
krone.at/AG
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum