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10.12.2016 - 23:01
Foto: APA/RUBRA

Demo gegen Burschenbundball endet gewaltfrei

11.01.2015, 11:49
Eine Demonstration gegen den Linzer Burschenbundball ist am Samstagabend ohne Gewalt zu Ende gegangen, obwohl es zu Konfrontationen mit der Polizei gekommen war. Nach deren Angaben blockierten rund 200 Menschen vorübergehend die Zugänge zum Ballsaal.

Anfangs lobte die Polizei die Disziplin der Demonstrationsteilnehmer: Die nach ihren Angaben 500 bis 700 Menschen zogen vom Treffpunkt am Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zum Hessenplatz, wo die Protestkundgebung offiziell endete. Das Vermummungsverbot wurde bis auf einige Ausnahmen eingehalten. Einzelne Verstöße dagegen sowie das nicht erlaubte Entzünden von bengalischen Feuern und zuletzt von Knallkörpern wurde von der Exekutive "aus Gründen der Verhältnismäßigkeit" nicht geahndet.

"Es hätte Verletzte geben können"

Rund um den Veranstaltungsort des Burschenbundballes, dem "Palais Kaufmännischer Verein", bestand ein Platzverbot, das mit Sperrgittern und Einsatzkräften gesichert wurde. Nach dem Ende der Demonstration zogen jedoch etwa 50 Aktivisten zu einem der Zugänge, den auch die Ballbesucher passieren mussten, und versuchten diese zu attackieren. "Wenn wir nicht dazwischengegangen wären, hätte es Verletzte geben können", gab Polizeisprecher David Furtner zu bedenken.

Auch vor einem weiteren Eingang des Gebäudes marschierten etwa 150 Personen auf und bildeten eine Blockade. Zunächst herrschte eine Pattsituation zwischen ihnen und den Sicherheitskräften. Aufgrund von sichergestellten Beweismitteln geht die Polizei davon aus, dass diese Aktionen "ausgemacht und akkordiert" waren.

Aussitzen statt einschreiten

Die Exekutive ging gegen die Blockierer nicht vor. "Das sitzen wir aus", lautete die Taktik. Diese ging letztlich auf. Die beteiligten Demonstranten, darunter auch einige mit Bierdosen in der Hand, zogen sich gegen 22 Uhr zurück. Die Sicherheitskräfte blieben aber weiterhin einsatzbereit: "Wir rücken erst ein, wenn der letzte Ballgast gegangen ist."

Dominik Samassa erklärte als einer der Organisatoren der Demonstration, dass die Vorfälle nach dem offiziellen Ende der Kundgebung passiert seien. Darauf habe man keinen Einfluss. Den Protest des Bündnisses "Linz gegen Rechts", das nach eigenen Angaben von 61 Organisationen unterstützt werde, wertete er als "großen Erfolg". Gegen Ende seien fast 2.200 Teilnehmer gezählt worden. Für das Bündnis ist der Burschenbundball in Linz "eine rechtsextreme Großveranstaltung".

Kritik an Teilnahme Pühringers

Der Hauptredner, der Autor Hans- Henning Scharsach, ordnete die Burschenschaftler als das "intellektuelle Rückgrat des Neonazismus" und als "verfassungsfeindliche Organisationen" ein. Seine Hauptkritik richtete sich aber gegen Landeshauptmann Josef Pühringer wegen dessen Teilnahme an dem Ball. Er wolle sich "die von den Burschenschaftlern dominierte FPÖ als potenziellen Koalitionspartner warm halten", warf er Pühringer vor.

11.01.2015, 11:49
AG/red
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