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07.12.2016 - 17:17
Um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern, rückte die Polizei sogar mit einem Panzer aus.
Foto: Screenshot/Twitter

Demo am Yppenplatz: Zwei Festnahmen, zwei Anzeigen

09.05.2016, 14:10

Der Zusammenprall von rund 120 Personen aus dem linken Spektrum mit Teilnehmern der rechten "Identitären" im Zuge einer "Mahnwache" am Wiener Yppenplatz hat am Sonntagabend mit zwei Festnahmen und zwei Anzeigen geendet. So lautet die Bilanz der Einsatzkräfte, die unter anderem mit einem gepanzerten Fahrzeug ausgerückt war. Verletzt wurde niemand.

Die "Identitären" hatten nach der brutalen Tötung einer Frau durch einen Kenianer am Sonntag eine "Mahnwache" mit 50 bis 100 Teilnehmern angemeldet. Erschienen waren allerdings nur drei Personen. Dafür hatten sich rund 120 Gegendemonstranten eingefunden, die laut Polizeisprecher Paul Eidenberger umgehend damit begannen, die eintreffenden Polizisten mit bengalischen Feuern zu bewerfen. Zudem hätten sie sich "vermummt und bewaffnet".

Baseballschläger als Waffen?

Laut Erstbericht der Beamten waren die Demonstranten auch mit Baseballschlägern bewaffnet. Dies ließ sich im Nachhinein aber nicht mehr verifizieren, da "sie in alle Richtungen davongelaufen sind", wie Eidenberger sagte. Zudem sollen die Gegendemonstranten auch gegen Fahrzeuge getreten haben.

Zwei Demonstranten wurden wegen Veraltungsdelikten vorläufig festgenommen. Zwei weitere wurden wegen tätlichen Angriffs und versuchter schwerer Körperverletzung angezeigt.

"Wir rannten um unser Leben"

Bei den involvierten Personen gingen die Wahrnehmungen auseinander: "Unser Ziel war es, dem Versuch der Vereinnahmung des 8. Mai durch Neofaschist_innen ein starkes antifaschistisches Zeichen entgegen zu setzen und ihnen gerade an diesem Tag nicht die Straße zu überlassen. Das ist uns mit dieser lautstarken Demonstration durchs Yppenviertel auch gelungen", resümierte Tom Müller, Pressesprecher der Plattform NoFascism.

RFJ NÖ Landesgeschäftsführer Markus Ripfl, der "als Privatperson eine Kerze für die Verstorbene platzieren" wollte, beschrieb hingegen eine "Hetzjagd": Ich wurde circa einen Kilometer lang verfolgt, bis ich zu einem Polizisten flüchten konnte. Wir rannten um unser Leben, wer weiß was diese Randalierer mit uns gemacht hätten, wenn wir nicht davon gekommen wären".

Laut Social- Media- Berichten sollen die "Identitären" eine weitere "Mahnwache" angekündigt haben. Bei der Polizei ging aber noch keine entsprechende Anmeldung ein.

09.05.2016, 14:10
AG/red
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