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05.12.2016 - 12:22
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

"Beste Lösung" für neuen Burgtheater- Chef gesucht

12.03.2014, 14:20
Nach der Entlassung des Burgtheater-Direktors Matthias Hartmann hat nun die fieberhafte Suche nach einem geeigneten Nachfolger begonnen. Der nächste Burgtheater-Direktor soll sein Amt jedoch ganz nach dem Motto "Eile mit Weile" erst in der Spielsaison 2015/16 antreten. "Wir brauchen dafür eine Spitzenkraft. Die sind aber meist vertraglich woanders gebunden", sagte der neue Vorsitzende des Burgtheater-Aufsichtsrats, Christian Strasser. Eine inoffizielle Hotlist umfasst derzeit 26 Kandidaten. Der Spielbetrieb bleibt indes unverändert aufrecht.

"Wir sollten flexibel sein. Lieber ein halbes Jahr früher oder später, dafür aber die beste Lösung", lautet daher die Prämisse für Museumsquartier- Chef Strasser, der am Dienstag den Aufsichtsrat- Vorsitz von Holding- Chef Georg Springer übernommen hat. Auf Basis von Namensnennungen in deutschsprachigen Zeitungen ließ sich auch bereits eine Hotlist möglicher Spitzenkandidaten erstellen, über 20 Personen wurden im Zusammenhang mit der vakanten Stelle bereits genannt.

Derzeit die Nase vorn hat eindeutig der Intendant des Münchner Residenztheaters, der Österreicher Martin Kusej, der am Mittwoch gleich in sechs Medien als potenzieller Nachfolger ins Spiel gebracht wurde. Dieser winkte in einem Statement jedoch ab: "Mein Vertrag hier geht bis zum 31. August 2016 und ich sehe keinen Grund, diese erfolgreiche und aufregende Arbeit vorzeitig zu beenden."

Dicht auf den Fersen sind ihm Karin Beier, die gerade erst das Deutsche Schauspielhaus Hamburg übernommen hat, und Barbara Frey, Hartmanns Nachfolgerin in Zürich, mit jeweils vier Nennungen. Drei Kommentatoren brachten Frank Baumbauer, den ehemaligen Intendanten der Münchner Kammerspiele und Ex- Schauspielchef der Salzburger Festspiele ins Spiel.

Für Strasser stehen zunächst drei Dinge im Zentrum seiner Bemühungen - "volle Aufklärung, finanzielle Stabilität und Wiederherstellung der Sicherheit im Ensemble". Die Aufklärung der Finanzaffäre, die zunächst zur Entlassung der Vizedirektorin Silvia Stantejsky und dann auch zur Entlassung des Künstlerischen Geschäftsführers Matthias Hartmann geführt haben, werde wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Keine Versäumnisse seitens des Aufsichtsrats

Er sei von einem Gutachten, das in der bisherigen Tätigkeit des Burgtheater- Aufsichtsrats keine Versäumnisse erkannt hat, ebenso wie seine Kollegen "beruhigt" worden, denn man habe im Aufsichtsrat tatsächlich das Gefühl, sich nichts vorwerfen zu können. "Ich würde behaupten, dass wir sogar ein sehr aktiver Aufsichtsrat waren und bei den ersten Verdachtsmomenten sofort reagiert haben. Wir sind auch ein selbstreflexiver Aufsichtsrat und haben uns nach der ersten Schockwelle gefragt: Haben wir etwas übersehen?"

Man sei als Aufsichtsrat aber etwa für Dienstverträge nicht zuständig. "Ich war daher wirklich entsetzt, als ich am Wochenende von Beträgen in der Höhe von 200.000/300.000 Euro gelesen habe, die man sich bar auszahlen lassen hat. Das sind Dinge wie in einem schlechten Film, die jenseits meiner Vorstellungskraft liegen. Ich habe da offenbar völlig andere moralische Kriterien", so Strasser.

"Burgtheater aus negativen Schlagzeilen bringen"

Bereits bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 19. März soll eine interimistische Künstlerische Geschäftsführung gefunden werden. "Das in einer Woche zu schaffen wird nicht ganz einfach. Wir brauche eine integrative und kommunikative Figur. Es ist wesentlich, dass sich das Ensemble wieder wohlfühlt", so Strasser. "Wir suchen ja sowieso einen Profi. Der braucht nicht lange Zeit zur Einarbeitung."

Strasser habe den Aufsichtsrats- Vorsitz zudem nicht aktiv angestrebt, "aber in manchen Situationen ist man gefordert, einen Beitrag im Dienste der Sache zu leisten. Es ist mein Beitrag, das Burgtheater aus den negativen Schlagzeilen zu bringen", so Strasser, der nicht ausschließt, im April auch in den Aufsichtsräten von Staatsoper und Volksoper die Nachfolge Springers als Vorsitzender anzutreten.

Keine Folgen für den Spielbetrieb

Die Entlassung von Matthias Hartmann als Burgtheaterdirektor habe derweil keinen Einfluss auf den Spielbetrieb der "Burg", versicherte der Kaufmännische Geschäftsführer Thomas Königstorfer am Mittwoch im Ö1- Radio. Premieren und aktuelle Inszenierungen würden unbeeindruckt von personellen und finanziellen Entscheidungen über die Bühne gehen. Auch der Spielplan der kommenden Saison bleibe aufrecht.

Die Letztentscheidung über die nächste Saison - geplant ist auch ein Stück unter Hartmann- Regie - liege laut Königstorfer bei der zu findenden interimistischen Künstlerischen Geschäftsführung. "Und ich hoffe dass wir hier dann auch zu Entscheidungen kommen, die im Sinne des Hauses, aber auch im Sinne der Eigentümer sind."

12.03.2014, 14:20
AG/red
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