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03.12.2016 - 12:58
Foto: Sepp Pail

Bekannten durch Kopfschuss getötet: 7 Jahre Haft

20.05.2014, 13:50
Weil er im Jänner einen Bekannten im Zuge einer Auseinandersetzung durch einen Kopfschuss getötet hatte, ist ein 61 Jahre alter Pensionist am Dienstag im Grazer Straflandesgericht wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte gab an, er habe den laut Gutachter "absolut tödlichen Schuss" aus nächster Nähe abgegeben, weil er sich vor dem stark alkoholisierten Mann gefürchtet habe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte hatte laut Staatsanwältin Barbara Schwarz bis zur Tat ein beschauliches Leben mit seinem Hund "Balu" geführt. Dann lernte er Anfang 2013 das spätere Opfer kennen. Die "nicht sehr gewinnende Persönlichkeit dieses Herrn", so die Anklägerin, hatte einen starken Einfluss auf das Leben des Pensionisten. Sein neuer Bekannter kam fast jeden Tag zu ihm in die Wohnung, ging mit seinem Hund spazieren und pumpte ihn ständig um Geld an. Der 61- Jährige wehrte sich nie, bis ein Streit tödlich endete.

"Wenn man Sie so sieht, sind Sie der gemütliche ältere Herr, der Opa von nebenan. Und jetzt haben Sie einen Menschen erschossen", meinte Richter Erik Nauta zum Angeklagten. Dieser wirkte in seinem dunklen Anzug bei der Verhandlung eher bedächtig, früher hatte er als Altenpfleger gearbeitet. Das spätere Opfer hatte offenbar sehr rasch erkannt, dass dem 61- Jährigen eine Bezugsperson fehlte und er nützte das aus, um immer wieder Geld für seine Spielsucht und für Alkohol zu bekommen.

"Wollte ihn nur schrecken"

Als der Mann im Jänner wieder einmal bei seinem Bekannten läutete, wollte ihn dieser erst nicht in die Wohnung lassen. Dann öffnete er doch, und die beiden Männer begannen zu streiten, als der Jüngere schon wieder Geld wollte. Als der Betrunkene - er hatte knapp 2,9 Promille Alkohol im Blut - ins Schlafzimmer ging und dort mit dem geladenen Armeerevolver herumfuchtelte, bekam der Pensionist nach eigenen Angaben Angst. Er rang den Mann zu Boden, ergriff die Waffe und schoss dem Wehrlosen in den Kopf. "Ich wollte ihn nur schrecken", meinte er. "Warum schießen Sie dann nicht in die Luft oder in den Kasten?", fragte der beisitzende Richter Helmut Wlasak. "Die Aufregung", meinte der Angeklagte.

"Hab' gewusst, dass ich einen Blödsinn gemacht habe"

Nach der Tat rief er selbst bei der Polizei an und gab ganz ruhig an, er habe einen Mann erschossen. "Warum haben Sie die Polizei gerufen?", fragte Richter Nauta. "Ich hab' gewusst, dass ich einen Blödsinn gemacht habe. Soll ich flüchten?", meinte der Beschuldigte trocken. Der Verteidiger sprach von Totschlag: "Es war eine Situation, wo man in einen psychischen Ausnahmezustand gerät."

"Ich habe von Ihnen bisher noch nie gehört, dass es Ihnen leidtut", meinte der Richter zum Pensionisten. "Es tut mir sehr leid, es war der größte Fehler meines Lebens", antwortete der Beschuldigte höflich, aber genauso emotionslos wie zuvor.

Die Geschworenen entschieden, dass es sich um Totschlag gehandelt hat und verurteilten den Pensionisten zu sieben Jahren Haft. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

20.05.2014, 13:50
AG/red
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