Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
07.12.2016 - 13:11
Foto: APA/BARBARA GINDL

Baby schwer misshandelt: Mutter (20) verurteilt

09.11.2015, 12:21
Eine 20-jährige, in Kärnten lebende gebürtige Oberösterreicherin, ist am Montag in Klagenfurt wegen Misshandlung ihres Säuglings zu drei Jahren Haft, zwei davon bedingt, verurteilt worden. Sie war geständig, vor etwa einem Jahr ihren damals zwei Monate alten Buben aus Überforderung heftig geschüttelt und in den Stubenwagen geschleudert zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ins Krankenhaus gebracht wurde das Baby erst Tage nach dem Vorfall, was der Frau zusätzlich zur Anklage wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung auch eine Anklage wegen Quälens einbrachte. Laut den Ärzten litt der Säugling in der Zeit unter massiven körperlichen und seelischen Schmerzen. Weil das Kind kaum mehr trank, Fieber hatte und sich verkrümmte, brachten die Eltern den in Lebensgefahr schwebenden Buben schließlich doch ins Spital. Dort wurden ein Schütteltrauma mit Gehirn- und Sehschäden sowie ein Schädelbruch festgestellt. Die Ärzte befanden sich zunächst auf der falschen Fährte und gingen von einer Gehirnhautentzündung aus, schließlich gestand die Mutter selbst den Vorfall.

"Es war eine Kurzschlussreaktion"

Die Mutter erzählte vor Gericht, dass das Kind von Beginn an unter Koliken gelitten und deshalb viel geschrien habe. An dem Tag sei sie verzweifelt gewesen. "Ich habe ihn herausgenommen, ihm Fencheltee gegeben. Ich habe alles probiert, ich war überfordert, es war eine Kurzschlussreaktion", sagte sie unter Tränen. Auf Nachfrage von Richter Alfred Pasterk gab sie zu, dass sie das Baby sofort in ein Krankenhaus gebracht hätte, wenn sie mitbekommen hätte, dass ein Dritter das mit ihrem Kind machen würde, was sie getan hatte. "Ich hatte Angst davor, dass jeder sagt, ich sei eine schlechte Mutter." Ihrem Mann und auch den Schwiegereltern sagte sie nicht, was passiert war. Eine Absicht, das Kind zu verletzen, stellte die 20- Jährige bei Gericht in Abrede. "Ich wollte einfach nur, dass er ruhig ist." Natürlich wisse sie, was Schütteln bei einem Säugling bewirkt.

Kind leidet unter Epilepsie und massiven Sehstörungen

Ein Kinderchirurg und eine Neurologin berichteten von den Verletzungen und Dauerschäden, die bei dem Kind festgestellt wurden. Es leidet seit dem Vorfall unter Epilepsie und hat trotz Medikamenten etwa fünf Anfälle täglich, zudem massive Sehstörungen und Lähmungen, außerdem wächst das Hirn langsamer als normal. "Von einer Langzeitschädigung des Gehirns ist auszugehen", sagte die Neurologin. Was das für die geistige Entwicklung des Buben bedeute, sei noch unklar. Das Kind und sein um ein Jahr älterer Bruder leben mittlerweile bei den Schwiegereltern der Frau. Die Mutter darf die Kinder besuchen, aber nicht in ihrer Obhut haben. "Es hat gedauert, bis sie sich wieder getraut hat, das Kind neben uns richtig anzufassen", sagte die Schwiegermutter.

"Jeder weiß, wie fragil ein Säugling ist"

"Kindeseltern müssen es schaffen, dass ihnen die Emotionen nicht durchgehen", sagte Staatsanwalt Christian Pirker in seinem Schlussplädoyer. "Jeder weiß, wie fragil ein Säugling ist und dass man den Kopf halten muss." Der Verteidiger sagte, seine Mandantin wollte das Baby nicht verletzen. "Die Angeklagte ist sich ihrer Schuld sicherlich bewusst und versucht alles, um eine Wiedergutmachung zu erreichen." Richter und Schöffen folgten der Argumentation der Staatsanwaltschaft und sprachen die Frau im Sinne der Anklage schuldig. Sie nahm das Urteil an, Pirker gab keine Erklärung ab, weswegen der Spruch nicht rechtskräftig ist.

09.11.2015, 12:21
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum