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10.12.2016 - 19:50
Foto: Sepp Pail (Symbolbild)

Aufwachbetten fehlen: OP um neun Monate verschoben

15.08.2015, 09:29
Alles war bereit, doch in letzter Minute wurde eine 78-jährige Tirolerin am Tag einer lange geplanten Knie-Operation von der Universitätsklinik Innsbruck nach Hause geschickt. Der Grund: Es fehlen Aufwachbetten für die OP-Nachbetreuung. Die Zillertalerin ist längst kein Einzelfall mehr. An der Klinik gibt man Engpässe zu.

Maria Penz aus Fügen soll am linken Knie operiert werden. Die 78- Jährige war froh, als sie endlich einen OP- Termin bekam. Der 6. August sollte es sein. Voruntersuchungen wurden gemacht, die Pensionistin am 5. August an der Klinik aufgenommen. "Am OP- Tag teilte man mir mit, dass zu wenig Kapazitäten im Aufwachraum zur Verfügung stehen und der Eingriff verschoben werden muss", schildert die Zillertalerin.

Als die 78- Jährige den neuen OP- Termin erfuhr, war sie schockiert. Der 28. April 2016 wurde genannt - neun Monate Wartezeit! Penz: "Für mich ist die Verschiebung mit großen Strapazen und körperlichen Beschwerden verbunden. Dem Gesundheitssystem kosten sie viel, weil alle Voruntersuchungen neu gemacht werden müssen." Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Eingriff immer schwieriger und gefährlicher wird.

"Bedauerlich und unbefriedigend"

Maria Penz ist kein Einzelfall. Die Wartezeiten für Operationen, die nicht sofort notwendig sind, werden an der Klinik länger und länger. Die ärztliche Direktorin Alexandra Kofler gibt Engpässe zu: "Das ist bedauerlich und auch für uns unbefriedigend." Der Grund für die sich häufenden Verschiebungen liegt in der Aufwachkapazität. 63 Aufwachbetten - in denen sich Patienten von der Narkose erholen - hat die Klinik. Dazu kommen 127 Intensivbetten. Risikopatienten werden nach einer OP dort versorgt. Kofler: "Hier haben wir einen Flaschenhals. Immer mehr komplizierte Fälle werden von anderen Spitälern an die Klinik verwiesen. Wenn auch noch gehäuft Notfälle auftreten, wird's chaotisch."

Man arbeite fieberhaft an einer Lösung, versichert Kofler. Hemmschuh sei der Strukturplan Gesundheit, der für alle Häuser die Bettenzahl vorgibt. Das Land habe in Wien um eine Erweiterung angesucht. Zehn bis 13 zusätzliche Aufwachbetten sollen es werden. Doch das kann dauern. Der Appell von Patientin Penz: "Die Politik ist gefragt! Es darf nicht auf Kosten der Patienten gespart werden."

15.08.2015, 09:29
Claudia Thurner, Kronen Zeitung/red
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