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22.06.2017 - 17:05

Attacke auf Straßenbahner in Wien: Opfer stabil

06.06.2014, 11:30
Nur einen Tag nach der Präsentation eines Sicherheitspakets für Öffi-Mitarbeiter ist ein Wiener Straßenbahner von einem Passagier attackiert und schwer am Kopf verletzt worden. Der Mitarbeiter der Wiener Linien wurde Donnerstagmittag an der Endstelle der Linie 46 am Joachimsthalerplatz in Ottakring niedergeschlagen. Am Abend wurde ein Verdächtiger (39) gefasst. Eine Einvernahme des offenbar psychisch beeinträchtigeten Mannes war aber noch nicht möglich.

Laut Polizeisprecherin Barbara Riehs war der 33- jährige Straßenbahnfahrer in Begleitung einer Kollegin, die ausgebildet werden sollte. Gegen 12.45 Uhr traf die Garnitur bei der Endstelle ein. Alle Passagiere stiegen aus - bis auf einen. Der Fahrer bemerkte, dass sich noch ein Gast in der Straßenbahn aufhielt, ging nach hinten und forderte den Mann auf, den Zug zu verlassen. Der Unbekannte reagierte jedoch nicht.

Der Straßenbahnlenker machte sich daraufhin wieder auf den Weg nach vorne, um seine Kollegin zu informieren. Plötzlich bekam er von hinten einen heftigen Schlag auf den Kopf und ging zu Boden. Zunächst war vermutet worden, dass es sich um einen stumpfen Gegenstand handelte und der 33- Jährige mit einer Rissquetschwunde davongekommen sei. Beides bestätigte sich nicht. Die Polizei zog nach näherer Untersuchung des Falles einen spitzen Gegenstand, eventuell sogar ein Messer, als Tatwaffe in Betracht.

Opfer notoperiert, Zustand stabil

Der Fahrer war nach kurzer Zeit nicht mehr ansprechbar. Eine Untersuchung ergab, dass ihm die Schädeldecke eingedrückt worden war. Der 33- Jährige musste notoperiert werden und befand sich am Freitag in einem Wiener Krankenhaus auf der Intensivstation. Zu seinem Zustand hieß es beim Krankenanstaltenverbund lediglich, dieser sei stabil. Seine Kollegin erlitt einen schweren Schock, blieb ansonsten aber unverletzt. Sie hatte nach der Attacke sofort Alarm ausgelöst.

Gegen 17 Uhr konnte die Exekutive dann den 39- jährigen Verdächtigen im Wiener Bezirk Penzing festnehmen. Der Mann hatte in der Dreyhausengasse Passanten belästigt und sich auffällig verhalten. Aufgrund der vorliegenden Personenbeschreibung erkannten die Polizisten den Verdächtigen.

Verdächtiger in psychiatrische Anstalt eingewiesen

Die Ermittler des Landeskriminalamtes waren zunächst von einem Raubmotiv ausgegangen, weil die Tasche des Opfers unauffindbar war. Im Krankenhaus tauchte diese aber wieder auf. Der Verdächtige wurde am Donnerstagabend kurz einvernommen. Er soll sich vage in die Richtung geäußert haben, dass er etwas mit dem Angriff zu tun habe.

Ein Amtsarzt entschied dann, dass der Mann in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen werden müsse und nicht weiter einvernahmefähig sei. Bei dem 39- Jährigen handelte es sich um einen Wiener, der in Penzing wohnte, aber nicht polizeilich gemeldet war. Aufgefallen war er bisher nicht.

06.06.2014, 11:30
AG/red
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