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25.05.2017 - 22:22
Foto: Andi Schiel

Asylwerber aus Traiskirchen stirbt an Meningitis

31.07.2014, 21:59
Meningitis-Alarm im Flüchtlingslager Traiskirchen: Nachdem ein 35-jähriger Asylwerber aus Somalia, der zuvor mit einem anderen 24-jährigen Somalier verwechselt worden war, an der ansteckenden Gehirnhautentzündung gestorben ist, herrscht Riesenaufregung rund um das Erstaufnahmezentrum. Der Mann, der erst vor einer Woche nach Österreich gekommen ist, hatte die Identität mit einem anderen Flüchtling getauscht, deshalb gab es die anfängliche Verwirrung.

Ersten Annahmen nach handelte es sich bei dem Opfer der ansteckenden Gehirnhautentzündung um einen ebenfalls aus Somalia stammenden 24- jährigen Mann, der sich bereits seit Ende Juni in Österreich aufgehalten haben soll. Aufgrund der Melde- und Mitwirkungspflicht zu Beginn des Aufenthalts dürfte dieser aber mit seinem Landsmann die Identitätskarte getauscht haben, hieß es aus dem Innenministerium, woraufhin es zu der Verwechslung gekommen sei.

Der 35- Jährige war vor zwei Tagen ins Landesklinikum Baden eingeliefert worden. Von dort wurde er ins Kaiser- Franz- Josef- Spital nach Wien überstellt, wo er am Donnerstag schließlich starb.

Bewohner und Beschäftigte mit Tabletten behandelt

Das Innenministerium hat in der Causa bereits Kontakt mit dem Gesundheitsministerium aufgenommen. Da die Krankheit ansteckend ist, müssen alle der derzeit etwa 1.300 Bewohner und die rund 200 Beschäftigten mit Tabletten behandelt werden. Die Ausgabe der Medikamente sei Donnerstagnachmittag gestartet worden und sollte bis spätestens Samstag abgeschlossen sein, sagte Bezirkshauptmann Heinz Zimper.

Es sei "keine Impfung notwendig", hielt der Behördenleiter fest. Hinsichtlich der Einnahme der Tabletten habe die BH eine Verordnung erlassen. Asylwerber hätten erst dann wieder Ausgang aus der Betreuungsstelle. Seitens der Gesundheitsstelle würden entsprechende Einträge vorgenommen, sagte Zimper.

Bürgermeister kritisiert Innenministerium

Indes übte Bürgermeister Andreas Babler harte Kritik am Innenministerium: "Es ist skandalös, dass ich nicht über den Fall informiert wurde. Es ist wieder zum Ausdruck gekommen, wie schlecht das System funktioniert", sagte der seit April 2014 in der niederösterreichischen Gemeinde amtierende Bürgermeister, nachdem er laut eigenen Angaben erst zu Mittag von dem Fall erfahren habe.

"Man hat wertvolle Zeit verstreichen lassen"

Doch es hätte bei dem am Donnerstag Verstorbenen bereits am 29. Juli den Verdacht und einen Tag später die Diagnose der bakteriellen Meningitis gegeben, sagte Babler. "Man hat wertvolle Zeit verstreichen lassen. Da sieht man, wie unprofessionell und unverantwortlich der Umgang des Innenministeriums ist", kritisierte Babler.

Dies gelte speziell für den Umstand, dass erst am Donnerstag mit der prophylaktischen Antibiotika- Gabe bei den mehr als 1.300 Flüchtlingen im Lager Traiskirchen begonnen worden sei. Nicht zuletzt sei er als Bürgermeister für die im Flüchtlingslager tätigen Rettungskräfte oder Feuerwehrleute verantwortlich, die potenziell ebenfalls in Kontakt mit dem Verstorbenen hätten kommen können.

Ministerium will ebenfalls erst vom Fall erfahren haben

Diese Kritik will das Innenministerium aber nicht gelten lassen: Diese müsse sich einerseits an die zuständige Gesundheitsbehörde, nämlich die Bezirkshauptmannschaft Baden, richten. Andererseits habe das Ressort erst selbst am Donnerstag von dem Fall erfahren und "umgehend die notwendige Information" veranlasst. Zudem finde man es im Innenministerium "bedauerlich", dass Babler einen Termin mit Ressortchefin Johanna Mikl- Leitner am selben Tag von sich aus abgesagt und nicht für eine sachliche Diskussion genützt habe.

ÖVP: "Tragischen Tod für Parteipolitik missbraucht"

In den Abendstunden rückte auch ÖVP- Generalsekretär Gernot Blümel aus, um Parteikollegin Mikl- Leitner in Schutz zu nehmen. Blümel warf dem Traiskirchner Bürgermeister vor, den "tragischen Tod eines Asylwerbers für parteipolitisches Geplänkel" zu missbrauchen. "Ein solches Verhalten ist eines Bürgervertreters unwürdig", so der ÖVP- Generalsekretär, der "endlich sachliche, lösungsorientierte Beiträge des SPÖ- Politikers" einforderte, "statt sinnfreien, parteipolitischen Geplänkels, das am Rücken eines Verstorbenen ausgetragen wird".

31.07.2014, 21:59
AG/red
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