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09.12.2016 - 14:03
Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

Anhaltezentrum in Vordernberg offiziell eröffnet

15.01.2014, 17:15
Das umstrittene neue Anhaltezentrum im obersteirischen Vordernberg ist am Mittwochvormittag - von einer Demonstration begleitet - offiziell eröffnet worden. Kommende Woche sollen die ersten Schubhäftlinge in die Räumlichkeiten einziehen. Für Diskussionen hatte im Vorfeld nicht nur die Standortauswahl gesorgt, sondern auch die Zusammenarbeit mit einer privaten Sicherheitsfirma.

Konrad Kogler, Generaldirektor für öffentliche Sicherheit im Innenministerium (Bild Mitte, gemeinsam mit Anstaltsleiter Oberst Herwig Rath und Thomas Styrsky von der Bundesimmobiliengesellschaft) sprach vom "letzten Schritt der Bauphase" und dem "ersten Schritt ins Leben" des Anhaltezentrums. Zudem lobte er Bürgermeister Walter Hubner und die Vordernberger. Beispielhaft habe es das Gemeindeoberhaupt seit 2009 geschafft, seine Bürger vom Zentrum zu überzeugen. Bei einer entsprechenden Bürgerbefragung hatten sich 70 Prozent dafür ausgesprochen.

Überzeugt haben dürfte dabei die Arbeitsmarktsituation. Im Vordernberger Zentrum arbeiten 55 Exekutivbeamte und 68 private Sicherheitsleute der Firma G4S. "Es bringt mehr als 180 neue Arbeitsplätze durch Umwegrentabilität sowie 13 Millionen Euro Wertschöpfung", sagte Kogler.

Landesrat: "Wenn der Teufel Junge hat, hat er viele"

Bürgermeister Hubner führte in seiner Ansprache eine Reihe von Hürden an, welche die Gemeinde unerwartet gefordert hätte. Dennoch sei alles eingetreten, was er 2009 den Bürgern versprochen habe, vor allem die Bedeutung für die Region in puncto Arbeitsmarkt.

Landesrat Johann Seitinger kommentierte den Hürdenlauf mit: "Wenn der Teufel Junge hat, hat er viele." Er zeigte Verständnis dafür, dass das neue Gebäude "Herd für Missverständnisse" sein könne, doch keinesfalls sollte man deswegen Österreich als "goldene Brücke für Asylmissbrauch" sehen. Er meinte, dass ethnische und menschliche Spannungen im Anhaltezentrum zu erwarten seien, doch die Polizei sei gut vorbereitet.

Demo: "Schubhaft in Vordernberg, Scheiße schön verpackt"

Anders sahen das wohl rund 20 Demonstranten, die pünktlich zur Eröffnung am Vormittag vor dem Eingang mit Trillerpfeifen und Transparenten Stellung bezogen (kleine Bilder). Die Gruppe wollte auf die "Unmenschlichkeit des Systems Schubhaft" aufmerksam machen und plakatierte "Schubhaft in Vordernberg, Scheiße schön verpackt". Zudem warfen sie einen bisher nicht näher definierten pyrotechnischen Gegenstand in die Sicherheitsschleuse, der dort explodierte. Verletzt wurde niemand. Am Einfahrtstor war neben roten Farbflecken zu lesen "G4S = Mörder".

Nach der offiziellen Eröffnung drängten am Nachmittag Hunderte Bürger aus der Region zum "Tag der offenen Tür" ins neue Anhaltezentrum. Bereits um 15 Uhr bildete sich eine große Menschentraube vor dem Eingang. Nur langsam konnten die interessierten Bewohner von Vordernberg und Umgebung eingelassen werden, weshalb die ersten Wartenden schon nach 20 Minuten enttäuscht umkehrten. Sie wollten nicht stundenlang auf den Einlass warten.

Kein Verständnis für Demonstranten

Auch hatten die Vordernberger für die Demonstranten nur äußerst wenig Verständnis. Vielmehr klopften einige von ihnen ausländerfeindliche Sprüche und meinten, die zukünftigen Insassen hätten es "schöner als wir daheim".

In das Schubhaftzentrum, das in der Zeit von März 2012 bis Dezember 2013 errichtet worden war, wurden laut den Betreibern rund 25 Millionen Euro an Investitionen gesteckt. Rund 200 Häftlinge sollen im Anhaltezentrum Platz finden.

15.01.2014, 17:15
AG/red
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