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05.12.2016 - 20:26
Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (mitte) zusammen mit Gesundheitsexperten
Foto: APA/HANS PUNZ

Ablaufpläne für Ebola- Verdachtsfälle erstellt

08.10.2014, 07:39
Im Gesundheitsministerium sind am Dienstagabend detaillierte Ablaufpläne zum Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen in Österreich vorgestellt worden. Es sei der Entschluss gefasst worden, "eine offensive Strategie zu gehen", um der Bevölkerung die Angst zu nehmen, sagte Ressortchefin Sabine Oberhauser. Experten versicherten, Österreich sei gut vorbereitet und geschützt.

"Man muss sich wahrscheinlich vor jeder Grippe mehr schützen, als man sich vor Ebola schützen muss", hielt Oberhauser zu Beginn des kurzfristig einberufenen Termins fest. Dennoch seien "Maßnahmen zum Schutz der österreichischen Bevölkerung" ergriffen worden, erläuterte Pamela Rendi- Wagner, Sektionsleiterin für Öffentliche Gesundheit im Ministerium. Seit Ausbruch der Epidemie in Westafrika gebe es zumindest einmal pro Woche Gespräche mit Behörden und Experten.

Verdachtsfälle durchwegs negativ

In Österreich bestehe dann ein erhöhtes Risiko, wenn importierte Fälle nicht rasch identifiziert werden, die Versorgung von Patienten ohne geeignete Schutzmaßnahmen stattfindet oder wenn es zu ungeschütztem Kontakt mit Sekreten eines symptomatischen Patienten kommt, sagte der verantwortliche Experte im Gesundheitsministerium, Peter Kreidl. Bisher gab es in Österreich fünf Ebola- Verdachtsfälle, die sich nicht bestätigten. Der Fall eines 15- jährigen Flüchtlings aus Liberia in Salzburg zählt nicht dazu. Er gilt derzeit als "klinisch gesund", wird aber weiter im Spital beobachtet.

Leitfaden für Erstbeurteilung erstellt

Für das Auftreten weiterer möglicher Verdachtsfälle wurden nun verschiedene Maßnahmenpakete ausgearbeitet. Der Leitfaden für die Erstbeurteilung eines Patienten führt beispielsweise von der grundlegenden Frage, ob epidemiologische Kriterien - wie etwa ein kürzlicher Aufenthalt in einem betroffenen Gebiet oder der Kontakt zu einem (möglichen) Ebola- Patienten - vorliegen, bis zur Isolation unter höchster Sicherheitsstufe bei großem Übertragungsrisiko. Auch für den Labornachweis einer möglichen Ebola- Erkrankung und die einzuhaltenden Meldewege an die unterschiedlichen Behörden bis hin zur Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es Ablaufpläne des Ministeriums.

Schutzanzüge in jedem Rettungsauto

Ebola ist eine "grausliche Erkrankung", dafür allerdings nicht leicht übertragbar, berichtete Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes. In jüngster Zeit hätten sich immer wieder Patienten beim Notruf gemeldet, die bei sich Ebola befürchteten. Das Risiko könne dann aber am Telefon meist recht schnell ausgeschlossen werden, wenn es keine Verbindung zu infizierten Personen gab. Für den Ernstfall sind laut Foitik in jedem Rettungsauto in Österreich mehrere Schutzanzüge vorhanden. Bei Verlegungen von Ebola- Patienten von einem Spital zu einem anderen würde außerdem ein Hochinfektionsteam mit einem speziellen Fahrzeug, das in Graz stationiert ist, zum Einsatz kommen.

30 bis 60 Minuten Vorlaufzeit für Spitäler

Sein Krankenhaus habe nach der telefonischen Vorankündigung eines Verdachtsfalles etwa eine halbe bis eine Stunde Vorbereitungszeit, erläuterte Christoph Wenisch von der Infektionsabteilung am Kaiser- Franz- Josef- Spital in Wien. Blutproben werden noch an Ort und Stelle in der Isolierstation getestet, damit möglicherweise hochinfektiöse Proben nicht unnötig umhertransportiert werden. Außerdem müssen alle Abfälle chemisch behandelt werden, damit aus dem infektiösen nur noch chemischer Müll wird. Vom Personal sind dabei stets Schutzanzüge zu tragen.

Internationale Hilfe, um Seuche zu stoppen

Um den Ebola- Ausbruch zu stoppen, ist internationale Hilfe absolut notwendig, waren sich die Experten einig. Österreich habe bisher 200.000 Euro aus dem Budget für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt und 900 Schutzanzüge nach Westafrika geliefert. Derzeit befinden sich insgesamt fünf heimische Helfer des Roten Kreuzes und von Ärzte ohne Grenzen in den Krisengebieten.

08.10.2014, 07:39
AG/red
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