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04.12.2016 - 10:20
Mohamed Rathore überstand den Unfall mit schweren Prellungen.
Foto: MARKUS TSCHEPP

64- Jähriger: "Ich dachte, jetzt ist alles aus"

23.01.2015, 07:40
Der Pakistani Mohamed Rathore (64) wollte am Mittwoch in Salzburg eigentlich nur seinen Kollegen Mohamed Imran (35) zu einem wichtigen Termin beim Anwalt begleiten. Was danach geschah, wird der 64-Jährige nicht so schnell wieder vergessen: Als die beiden Männer wieder in den Lift stiegen, stürzte dieser unkontrolliert in die Tiefe. Beide kamen mit schweren Prellungen ins Krankenhaus. Rathore schildert die schlimmen Momente im Gespräch mit der "Krone".

"Krone": Herr Rathore, wie geht es Ihnen heute?
Mohamed Rathore: Es geht mir so weit schon wieder ganz gut. Ich durfte heute auch schon nach Hause gehen, muss aber in einer Woche wieder zu einer Kontrolle in das Krankenhaus kommen.

"Krone": Warum waren Sie am Mittwoch überhaupt in diesem Gebäude in der Wolf- Dietrich- Straße? 
Rathore: Ich habe einen Kollegen zu einem wichtigen Termin beim Rechtsanwalt begleitet, dieser war um 14 Uhr. Der Advokat hat seine Kanzlei im fünften Stock. Wir sind mit dem Lift hinaufgefahren.

"Krone": Was passierte als Sie das Gebäude verlassen wollten? 
Rathore: Wir sind wieder in den Lift eingestiegen und ich habe den Knopf gedrückt. Dann ist der Aufzug mehrere Meter runtergesaust. Plötzlich blieb er stehen, dann hat es noch einen Ruck gegeben, der Lift sank wieder ab. Wir haben wohl einen großen Schutzengel mitgehabt.

"Krone": Wie konnten Sie dann Hilfe rufen? 
Rathore: Zuerst habe ich es bei der Notruftaste versucht. Da sprang aber nur ein Tonband an, bei dem es hieß 'Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht'. Mir kam dann wieder in den Sinn, dass ich eine Visitenkarte des Rechtsanwalts eingeschoben hatte. Den habe ich sofort angerufen und er hat die Rettung und die Feuerwehr alarmiert. Er war sehr nett, ist die ganze Zeit bei uns geblieben und hat gefragt, wie es uns geht.

"Krone": Wie lange waren Sie denn in dem Lift gefangen? 
Rathore: Ich schätze, es hat eine halbe Stunde gedauert. Es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Eine Katastrophe. Es war sehr eng in dem Lift. Die Feuerwehr hat uns schließlich herausgeholt. Dann wurden wir gleich ins Spital gebracht.

"Krone": Werden Sie nach dem Unfall jemals wieder in einen Lift einsteigen? 
Rathore: Ich glaube nicht, dass die Angst noch einmal weggeht. Wer weiß, vielleicht kann ich nie wieder in einen Lift einsteigen. Ich dachte wirklich, jetzt ist alles aus. Wenn Gott das gewollt hätte, wäre es wohl auch so gewesen. Jetzt beginnt mein zweites Leben.

23.01.2015, 07:40
Iris Wind, Kronen Zeitung/red
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