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07.12.2016 - 13:14
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

27- Jährige wurde vom Jugendamt betreut

01.03.2016, 13:58

Die Vermutung, dass bei dem Tod einer 27- jährigen Frau und ihres fünf Monate alten Babys im Wiener Bezirk Rudolfsheim- Fünfhaus Drogen eine Rolle gespielt haben könnten, wird immer wahrscheinlicher. Nach Angaben von Herta Staffa, Sprecherin des Jugendamtes, befand sich die Mutter in einem Substitutionsprogramm. Die Leichen waren am 14. Februar in einer Wohnung in der Felberstraße gefunden worden.

Staffa zufolge wurde die Mutter vom Jugendamt betreut. Es gab demnach wiederholte Kontakte, etwa Besuche in der Elternberatung, Hausbesuche und Telefonate. Das Baby habe in keiner Weise vernachlässigt gewirkt und sei von seiner Mutter liebevoll betreut worden. Auch die Großeltern der Mutter, die in der Nähe wohnten, halfen offenbar mit.

Letzter Kontakt mit Mutter am 28. Jänner

Staffa zufolge gab es den letzten Besuch bei der 27- Jährigen und ihrem Kind am 28. Jänner. Am 2. Februar sollte die Frau zur Elternberatung kommen, erschien aber nicht. Daraufhin rief man sie am Handy an, landete aber in der Mobilbox, ebenso zwei Tage später. Auch der Kinderarzt wusste nichts, er hätte das Baby ebenfalls gerne gesehen, weil eine Impfung ausstand.

Daraufhin gab es weitere telefonische und persönliche Kontaktversuche, die aber allesamt erfolglos blieben. Laut Staffa wurden auch Nachbarn befragt, die aber nichts gehört haben wollten. Die Vertreter des Jugendamtes erreichten zudem die Großeltern der Frau nicht. Weil sowohl an der Wohnadresse der jungen Frau als auch an der ihrer Großeltern die Postkästen gefüllt waren, ging die MA 11 davon aus, dass die aus Serbien stammende Familie gemeinsam weggefahren war. Letzte Kontaktversuche - ein Besuch am 11. Februar und ein Telefonat am 12. Februar - schlugen ebenfalls fehl.

Dass die 27- Jährige für die Vertreter des Jugendamts rund zwei Wochen lang nicht erreichbar war, werteten diese nicht als beunruhigend. Staffa zufolge war es auch davor vorgekommen, dass sich die Mutter eine Zeitlang nicht meldete und Terminen nicht nachkam. Die Kontaktaufnahme sei aber stets wieder geglückt, die Mutter habe kooperiert. Das Letzte, was man von der Frau und ihrem etwa fünf Monate alten Säugling gehört habe, war, dass die Behörden auf Betreiben des Bruders der 27- Jährigen die Wohnung aufgebrochen und die Leichen der Frau und des Babys gefunden haben, sagte Staffa.

Todesursachen weiterhin unklar

Zu den Todesursachen von Mutter und Kind herrschte weiter Unklarheit. Mehr als zwei Wochen nach dem Auffinden der Leichen gab es nach Angaben der Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, nicht einmal ein vorläufiges Obduktionsergebnis. Im Regelfall sei es so, dass es erst nach dem Ende der Obduktion ein schriftliches Ergebnis gebe, sagte Bussek. Wegen des toxikologischen Befundes ist mit dem abschließenden Resultat normalerweise erst nach sechs bis acht Wochen zu rechnen.

Damit bleiben insbesondere Fragen offen, wann und wie die Frau und das Baby zu Tode kamen. Nicht ausgeschlossen wurde bisher, dass die 27- Jährige an einer Überdosis starb und das Baby in weiterer Folge verdurstete.

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AG/red
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