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22.05.2017 - 22:54
Johanna Roucka beobachtete die Szenen, behielt die Nerven und schlug Alarm.
Foto: Niki Faistauer

24- Jährige vereitelt Einbruch in Bankomaten

23.10.2015, 08:02
Sie hatten alles genau geplant, waren gut vorbereitet und hätten es auch fast geschafft - doch letztelich konnte der Coup von vier Deutschen dank einer Zeugin verhindert werden. Die Männer wollten im Salzburger Lofer einen Bankomaten aufflexen, die 24-jährige Johanna Roucka schlug Alarm. Die Polizei nahm die Einbrecher fest.

Die vier Deutschen hatten das Gebäude des Tourismusverbandes vorher ausspioniert. Ihr Plan: den dortigen Bankomaten auszuräumen. Am 18. Oktober fuhren die Täter vom bayrischen Schneizlreuth aus gemeinsam nach Lofer. Dort hebelten sie erst ein Gitter zum Kellerschacht aus. Sie ließen sich hinunter, drückten ein Fenster auf und gelangten so ins Innere. Die installierten Bewegungsmelder beschmierten sie mit Farbe, deren Lampen rissen sie einfach herunter.

Die vier Einbrecher waren gut gerüstet: Flex, Brecheisen, Zangen sowie Munition wurden gefunden.
Foto: Polizei

Bei der Tür zu jenem Büro, von dem aus der Bankomat befüllt wird, tauschten die Einbrecher den Schließzylinder aus. "Offenbar wollten sie sich einsperren, um ungestört arbeiten zu können", so Oberstleutnant Christian Voggenberger. Doch bevor sie ans kriminelle Werk gingen, verließen sie das Gebäude und warteten im Freien ab, ob Alarm ausgelöst wurde.

Zeugin beobachtete Täter und schlug Alarm

Nichts passierte, deshalb stiegen zwei Täter wieder ein. Womit sie nicht rechneten, war eine aufmerksame Zeugin. "Ich war an diesem Tag nach der Arbeit noch in einer Bar und ging gegen halb 2 Uhr nach Hause", erinnert sich Johanna Roucka. "Beim Tourismusverband sah ich dann zwei Personen. Ein Mann hatte ein Gitter in der Hand, der andere sprang gerade in den Kellerschacht. Das kam mir schon sehr komisch vor. Ich bin vorbeigegangen, als ob es mich nicht interessierte", so die 24- Jährige. Sie lief nach Hause und weckte ihren Vater auf, der die Polizei alarmierte.

Als die erste Streife aus Zell am See anrückte, flüchteten die Deutschen in verschiedene Richtungen. Noch in der Nacht konnten die Beamten mit Unterstützung einer Diensthundestreife einen 54- Jährigen aus Baden- Württemberg, einen 48- und einen 54- Jährigen aus München festnehmen. Einem 28- Jährigen gelang zunächst die Flucht. Er ist nach eigenen Angaben zuerst zu Fuß durch die Saalach gewatet und wartete dann in einer Gartenhütte ab. Schließlich ging er zu einer Tankstelle und fuhr mit dem Taxi nach Schneizlreuth, von wo aus die Täter gestartet waren. Dort nahmen ihn bayrische Beamte fest.

Quartett einschlägig vorbestraft

Polizisten stellten im Fluchtwagen verschiedene Werkzeuge und Munition sicher. Eine dazu passende Waffe konnte aber auch bei Hausdurchsuchungen nicht gefunden werden. Alle vier Männer sind einschlägig vorbestraft. Zwei von ihnen kennen sich sogar aus ihrer Zeit im Gefängnis. "Ich war sehr froh, als ich dann erfuhr, dass die Täter geschnappt wurden. Es war schon ein mulmiges Gefühl, als ich hörte, dass es sich bei den Männern eigentlich schon um 'schwere Jungs' handelt", so Roucka.

23.10.2015, 08:02
Iris Wind, Kronen Zeitung/red
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