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22.08.2017 - 03:49
Die Retter bei der Bergung eines Verschütteten
Foto: NIKOLAUS FAISTAUER

2 Menschen aus Lawine geborgen - schwer verletzt

18.03.2015, 07:16
Eine Lawine hat am Dienstagnachmittag im Salzburger Bad Fusch eine fünfköpfige Tourengeher-Gruppe überrascht: Die Schneemassen lösten sich im Bereich Mitterkar. Eine Frau überlebte in einem Luftloch und schrie um ihr Leben. Ein Mann wurde gegen einen Baum gedrückt und schwer verletzt. Rund 50 Retter waren im Einsatz.

"Alle sind gerettet", berichtete der Fuscher Bürgermeister Hannes Schernthaner am Nachmittag direkt vom Großeinsatz. Drei Sportler im Alter von 50, 75 und 78 Jahren blieben unverletzt. Sie dürften oberhalb der Abrisskante auf rund 1.700 Metern unterwegs gewesen sein. Der Notarzt kämpfte aber noch um das Leben eines Begleiters (70), der von den Schneemassen teilweise verschüttet und mit voller Wucht gegen einen Baum geschleudert worden war. Der Verletzte konnte noch selbst einen Notruf abgegeben.

Frau schrie in Luftloch um ihr Leben

Eine Frau aus Bayern war in einem Luftloch zu liegen gekommen. Als die 50- Jährige den Hubschrauber hörte, schrie die Verschüttete um ihr Leben - eine kräfteraubende, aber in diesem Fall richtige Entscheidung. "Die Kollegen haben sie deshalb rasch lokalisieren können", berichtet Sepp Herzog, der Einsatzleiter der Bergrettung. Weil der Südwind viel Schnee verfrachtet hat, waren die Bedingungen auch für die Retter schwierig.

Die Gruppe war am Dienstag zu einer Tour ins Weichselbachtal aufgebrochen und nutzte die herrlichen Frühjahrsbedingungen. Ein geparktes Fahrzeug mit oberösterreichischem Kennzeichen gab erste Hinweise auf ihre Herkunft.

"Es ist gewaltig viel Schnee heruntergekommen"

Wie das rund 200 Meter breite Schneebrett hoch über Bad Fusch genau ausgelöst wurde, muss noch geklärt werden. "Es ist gewaltig viel Schnee heruntergekommen", weiß Schernthaner, der den Einsatzkräften beim Koordinieren half. Die Lawinengefahr war wegen der Föhnlage am Dienstag mit Stufe 3 erheblich. Bergrettung, geschulte Spürnasen, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Alpinpolizisten und drei Hubschrauber beteiligten sich an der Suche. Beide Opfer wurden ins Spital geflogen.

Hang als sehr gefährlich bekannt

Die Abfahrten im früheren Höhenkurort bei Fusch sind vor allem in der Freeride- Szene beliebt. Lawinen zeigten hier schon oft ihre enorme Kraft: Bereits im 17. Jahrhundert donnerten Schneemassen vom Mitterkar ins Tal und zerstörten die Kirche sowie weitere Gebäude. Bei Einheimischen ist der Hang als "verdammt gefährlich" bekannt.

18.03.2015, 07:16
Sabine Salzmann, Kronen Zeitung/red
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