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18.01.2017 - 17:32
Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)

115 Anrufe bei Extremismus- Hotline in nur 50 Tagen

21.01.2015, 11:40
Die Telefone der "Beratungsstelle Extremismus" laufen heiß: In den ersten 50 Tagen seit der Installierung sind insgesamt 115 Anrufe dokumentiert worden. "Überrascht" über diese hohe Anzahl zeigte sich Familienministerin Sophie Karmasin am Dienstag bei einer Pressekonferenz, bei der sie eine erste Zwischenbilanz zog. In drei Fällen wurde der Verfassungsschutz informiert. 28 Anrufe betrafen konkreten Extremismus-Verdacht.

115 Anrufe innerhalb von eineinhalb Monaten sei im Vergleich zu Deutschland, wo im Jahr etwa 500 Anrufe erfolgen, sehr hoch, so die Ministerin: "Es gibt wirklichen Beratungsbedarf."  Dies sei einerseits "traurig", andererseits zeigte sie sich erfreut, dass es eine derartige Einrichtung gibt. Zurückzuführen sei die hohe Zahl einerseits auf die Tatsache, dass die Beratungsstelle nicht bei der Polizei, sondern in ihrem Ressort angesiedelt ist sowie auf die gute Kommunikationsarbeit von Beginn weg.

Großteil der Anrufer aus Wien

28 der 115 Anrufe wurden von besorgten Eltern getätigt, die restlichen etwa von Lehrern oder Sozialarbeitern. In 27 Fällen handelte es sich um religiös motivierten Extremismus, in einem um Rechtsextremismus. Die übrigen Anrufe drehten sich um allgemeine Fragen zum Thema. In 17 Fällen ging es um Burschen, in elf um Mädchen, erläuterte Karmasin. Elf Fälle handelten von Jugendlichen, die zum Islam konvertierten. Der Großteil der Anrufer stammt aus Wien (45) und es waren großteils Frauen, also Mütter, die sich meldeten.

Aktuelle Fälle bedrücken Eltern

Aktuelle Fälle wie die beiden Mädchen, die nach Syrien reisen wollten und festgenommen wurden oder die beiden Buben, die in Wien angehalten wurden, seien bedrückend für Eltern mit Kindern in diesem Alter, stellte die Ministerin fest. Auch ließen die Vorfälle in Paris zu Jahresbeginn die Bevölkerung mit einem "neuen Gefühl" leben. Maßnahmen wie das jüngst beschlossene Sicherheitspaket und die geplante Präventionsarbeit in Schulen "beruhigen" aber, so Karmasin.

In den drei Fällen, in denen auf Wunsch der Angehörigen der Verfassungsschutz informiert wurde, ging es einmal um die vermutete Ausreise eines 19- Jährigen und zweimal um zwei Mädchen. In den medial bekannten, oben genannten Fällen gab es keinen Kontakt zur Beratungsstelle.

21.01.2015, 11:40
AG/red
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