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21.09.2017 - 17:07
Foto: Chris Koller

VP- Politiker soll ¿Opfer¿ des BKA- Direktors sein

07.02.2008, 01:00
Seit gestern befasst sich das Linzer Oberlandesgericht mit dem Linzer Ex-VP-Landtagsabgeordneten Otto Gumpinger, der in erster Instanz zu zwei Jahren Haft verurteilt ist. Und auch ein „Opfer“ des Ex-VP-Sicherheitssprechers Herwig Haidinger ist: Sein Bundeskriminalamt hat nicht nur die Schlepperaffäre geklärt, sondern auch den Hauptverdächtigen gestoppt, als er Zeugen im Gefängnis besuchen - und vermutlich zum Widerruf von Aussagen bewegen wollte.

Der damals immune Politiker entging einer Verhaftung wegen Verdunkelungsgefahr, sorgte aber für Aufregung unter Polizeijuristen: Er besuchte die erwischte moldawische Reisegruppe in der Linzer Schubhaft. Er werde sich ja noch um seine Schäflein kümmern dürfen, wies er den Verdacht der Zeugenbeeinflussung zurück. Und präsentierte einen vorformulierten Widerruf, den seine verurteilte Reiseleiterin Tatjana S. (27) in der Zelle unterschrieben hatte: Sie hätte Gumpingers „Landlerhilfe“ nie Geld gegeben.

Beim Prozess stellte sie klar, wie´s gemeint war: Der Politiker hätte für jede illegale Ausreise 450 Euro kassiert und natürlich nicht einer seiner fünf Vereine, die in drei Jahren mit 5,3 Millionen Landeseuro gefördert worden waren.

Diese Bombe platzte mitten in den Landtags- Wahlkampf  ´06: Laut Insidern sollte deshalb das Innenministerium dem Parteifreund angeblich helfen, dass Gumpinger mit seiner Hauptbelastungszeugin Tatjana S. in der Zelle reden darf. Doch das ermittelnde Bundeskriminalamt soll dazwischengefunkt haben.

Auch das wird nun dementiert: Weder Innenminister noch BKA- Direktor hätten bei Justizgefangenen etwas zu sagen. Gumpinger gestand nur, die geschleppte Reisegruppe im Linzer Polizeigefängnis besucht zu haben. Auch das steht im siebenbändigen Berufungsakt, der gestern zum Oberlandesgericht ging.

 

 

Foto: Chris Koller

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