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24.08.2017 - 05:40
Foto: Klaus Kreuzer

Spitzel- Trainer jetzt wegen Nötigung angezeigt

08.03.2010, 01:00
"Verjährt oder nicht verjährt?" Das ist die Frage, die Opfer- und Staatsanwälte beschäftigt: Wer kann beweisen, dass der gefeuerte Spitzel-Landes-Schwimmtrainer (49) die alten Videos von Sportlern längst vergessen oder weiterhin abgespielt hat? Und damit den Missbrauch über die Verjährungsfrist hinaus fortgesetzt hat. 

Vor zehn Jahren waren zwei 15- jährige Schwimmer heimlich gefilmt worden, wie sie sich in der Wohnung ihres Trainers an Pornovideos ergötzt hatten. Das bemerkten die Burschen erst, als ihnen 2004 ein blinder Fleck in jenem präparierten Spiegel auffiel, durch den eine versteckte Kamera ins Wohnzimmer schaute.

Erst spät gemeldet

Aber erst fünf Jahre später vertrauten sich die Ex- Spitzelopfer des Ex- DDR- Trainers ihrem Mental- Trainer an, der zur Strafanzeige riet: Der Verdächtige wurde entlassen und nach einem Selbstmordversuch gerettet.

Weitere Vorwürfe werden als "branchenüblich" bezeichnet, weil im Schwimmsport die Hemmschwelle beim Umgang mit Nackten tief liege: So soll es beim Massieren und Rasieren ebenso grenzwertig zugegangen sein, wie beim Überstreifen der hautengen Schwimmanzüge.

Vorwurf der Nötigung

Der Linzer Opferanwalt Klaus Dorninger zeigte den Verdächtigen aber auch wegen Nötigung an, die nicht verjährt sei: Der Trainer hätte Schützlingen gedroht, sie bei Sponsoren schlecht zu machen, wenn sie die Lager wechseln und Übergriffe verraten.

Noch schwieriger wird aber zu beweisen sein, dass der Missbrauch des Autoritätsverhältnisses über die Verjährungsfrist hinaus fortgeführt wurde, dass sich der Verdächtige weiterhin an den Videos ergötzt hat.

Seit die Politik den Missbrauchsfall öffentlich gemacht hat, haben sich keine weiteren Opfer oder Belastungszeugen mehr gemeldet, bestätigt die Polizei.

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