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25.09.2017 - 13:23
Foto: Andi Schiel

Spitalskeime fordern jährlich 2.500 Opfer

27.11.2008, 10:42
Oberösterreich ist ein Pionier in der Spitalshygiene, ein Vorbild für die anderen Bundesländer. Doch die moderne Spitzenmedizin hat auch ihre Tücken: Schier unbesiegbare Krankenhauskeime töten pro Jahr in Österreich geschätzte 2.500 Spitalspatienten. Ein Viertel dieser Infektionen tritt in Intensivstationen auf.

Seit 25 Jahren gibt es bei uns den Arbeitskreis Krankenhaushygiene, der tolle Erfolge aufweisen kann. Doch das Jubiläum ist auch Anlass für einen schaudernden Blick in die Gegenwart der modernen Hightech- Medizin, der zwar viele Landsleute ihr Leben verdanken, die aber auch immense Risken birgt: Denn Schwerkranke bekommen heutzutage verschiedenste Schläuche und Leitungen gelegt, die der Versorgung dienen, gleichzeitig den Körper aber auch für Bakterien durchlässig machen.

Behandlungskosten bis zu drei Mal höher

"Vier bis zehn Prozent aller Spitalspatienten bekommen durch Krankenhauskeime Infektionen. Bei diesen Kranken dauert die Behandlung 2,5 Mal so lang, die Kosten sind bis zu drei Mal höher. Allein in Österreich werden die Mehrkosten pro Jahr auf 200 bis 330 Millionen Euro geschätzt", erklärt Primar Helmut Mittermayer von den Linzer Elisabethinen.

Interview: Hygiene auf höchstem Niveau

"Nur Krankenhaushygiene auf höchstem Niveau kann die Patienten schützen", ist Mittermayer überzeugt. Wie das geht, weiß Thomas Freundlinger vom gespag- Hygienezentrum Linz. Er stand im "Krone"- Interview Rede und Antwort.

Sie sind seit 23 Jahren Diplompfleger. Was hat sich in puncto Spitalshygiene seither geändert?
Eine ganze Menge! Zum einen ist baulich vieles anders geworden, es gibt in den meisten Zimmern Nasszellen und keine Gemeinschaftsduschen oder -toiletten mehr. Auch die Standards für das richtige Vorgehen im Pflegedienst liegen überall auf und können nachgelesen werden. Aber Hygiene passiert in vielen kleinen Schritten: Das sind Kleinigkeiten, wie Desinfektionsspender in jedem Zimmer oder genügend Handschuhe für das Pflegepersonal.

Ist dadurch der Aufwand für die Pfleger gestiegen?
Nein, die Leistungen haben sich verschoben. 

Symbolbild

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