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20.08.2017 - 03:35
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Serienräuber zu zwölf Jahren Haft verurteilt

27.01.2011, 15:25
Ein Serienräuber hat am Donnerstag im Landesgericht Wels zwölf Jahre Haft ausgefasst. Dem 26-Jährigen wurden sechs - teils vollendete, teils versuchte - Überfälle auf Tankstellen zur Last gelegt. Außerdem soll er 2.000 Euro an eines der Opfer zahlen. Bei seinem letzten Coup nahm der Mann eine 16-jährige Mopedfahrerin als Geisel. Der Angeklagte war voll geständig, will aber gegen die Strafhöhe berufen.

Die Serie im Raum Sattledt begann am 26. Juli 2010: Damals bewaffnete sich der 26- Jährige mit einem Stein und überfiel eine Tankstelle. Er konnte mit 3.090 Euro entkommen. Als Fluchtfahrzeug verwendete er das Auto seines Vaters. Beim zweiten Raub Mitte August hatte er bereits einen Gasrevolver dabei. Er machte eine vergleichsweise geringe Beute von 350 Euro und versuchte daher am selben Tag noch einen weiteren Coup. Die Angestellte wehrte sich aber mit einem Messer und schlug den Räuber in die Flucht.

In der folgenden Woche schlug der 26- Jährige noch dreimal zu: Einmal erbeutete er 1.078 Euro, einmal scheiterte er, weil die Tankstelle bereits zugesperrt hatte, und bei seinem letzten Delikt nahm er eine Geisel: Er packte vor dem Geschäftslokal eine Mopedfahrerin, zerrte sie hinein und verlangte Geld. Als er 1.850 Euro ausgehändigt bekam, ließ er sein Opfer frei und flüchtete. Diesmal wurde er von der Polizei gestellt.

Geld für Drogen gebraucht

Der Angeklagte gab alles zu und zeigte sich reumütig. Ihm werde erst jetzt bewusst, was er angerichtet habe. Er habe das Geld für seine Drogensucht gebraucht. Die 2.000 Euro, die er als Arbeiter verdient habe, hätten nur für acht Tage gereicht. Wenn er eine Therapie begonnen hätte, wäre in der Firma bekannt geworden, dass er abhängig sei. Er habe sich geschämt, so der 26- Jährige. Mittlerweise sei er aber clean.

Der Angeklagte habe sich ständig gesteigert, so der Staatsanwalt. Er habe mit einem Stein begonnen und zum Schluss sogar eine Geisel genommen. Der Verteidiger hingegen sah nur wenig kriminelle Energie bei seinem Mandanten. Er betonte, dass die junge Frau nur eine Minute und 20 Sekunden in der Gewalt ihres Peinigers gewesen sei, das sei zu kurz für die angeklagte erpresserische Entführung. Das sahen die Geschworenen anders. Sie sprachen ihn einstimmig in allen Punkten schuldig.

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