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22.08.2017 - 11:11
Foto: Wolfgang Weber

Räuber spülte 5000 Euro Beute durch das Klo!

28.07.2008, 01:00
Der 270.000-Euro-Postraub vom Wolfgangsee wurde von einer ganz gerissenen Polizistin fast im Alleingang geklärt: Die Revierinspektorin Christina Bayr (35), Ehefrau eines Polizisten und Mutter dreier Kinder, konnte mit Bad Ischler Ärzten und Zeugen dem Geldtransporter-Chauffeur Günther P. (44) nachweisen, dass sein Überfall erfunden war. Dass er kein Opfer, sondern ein Dieb war, der 265.000 Euro Beute daheim versteckt - und fünftausend durchs Klo gespült hatte!

Eine kluge Detektivin und ein doofer Dieb, dümmer als die Polizei erlaubt - das sind die Hauptdarsteller dieser filmreifen Gaunerkomödie vom Wolfgangsee. „Krone“- Leser kennen schon den ersten Akt, der beim Gasthof „Gamsjaga“ in Abersee spielt: Am Ufer sei ihm ein Messer angesetzt und ein Prügel so über den Schädel gezogen worden, dass er 15 Minuten lang bewusstlos war, meldet der Werttransport- Postfahrer den Raub von drei Geldkassetten. Obwohl nur eine leichte Rötung zu sehen ist und der Patient ärztliche Hilfe ablehnt, lässt ihn die St. Gilgener Revierinspektorin per Rettungswagen ins Bad Ischler Landeskrankenhaus bringen: Die Unfallmediziner erkennen sofort, dass zumindest die Ohnmacht erlogen war.

Dieser Frau kann man nichts vorschwindeln! Christina Bayr weiß von Patrouillen, dass am Tatort zur Tatzeit tagtäglich ein Kurier- Lkw- Fahrer Pause macht und forscht die Firma und den Lenker aus: Volltreffer! Der „Kronzeuge“ erinnert sich, den Kollegen von der Post gesehen zu haben, wie er mit zwei Anglern am Ufer plauderte - und dann allein und heil in seinen gelben Kombi stieg und weiterfuhr: Kein Räuber weit und breit!

Mit dieser Aussage konfrontiert, wird Günther P. unsicher - und geständig: 30.000 Euro Schulden hätten ihn so gedrückt, dass er 270.000 Euro gestohlen habe - und dass er sich selbst ein Holzscheit auf den Hinterkopf gedroschen habe, um einen Raubüberfall vorzutäuschen. Dass seine Lügen kurze Beine haben, habe ihm die misstrauische Polizistin gleich spüren lassen: Sie wollte unbedingt wissen, welches Bündel er im Hemd eingesteckt hätte. Die „geheimen Firmenaufzeichnungen“, die er nicht herzeigen dürfe, waren in Wahrheit jene 5000 Euro, die er zum Feiern seines Coups von seiner Riesenbeute abgezweigt hatte. Und dann in seiner Not im Bad Ischler Spital durch die Toilette spülte.

 

Foto: Wolfgang Weber

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