Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
24.09.2017 - 23:31
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

OÖ zahlt 622.500 Euro an Opfer von Missbrauch

19.04.2011, 22:28
Das Land Oberösterreich zahlt insgesamt 622.500 Euro an Opfer, die in 51 Fällen in landeseigenen Einrichtungen physische, psychische oder sexuelle Gewalt erlitten haben. Er wolle nicht von Entschädigung sprechen, sondern bevorzuge die Bezeichnung "finanzielle Geste", da man die Schmerzen nicht wiedergutmachen könne, erklärte Landeshauptmann Josef Pühringer in einer Pressekonferenz am Dienstag mit dem zuständigen Landesrat Hermann Kepplinger.

Im Juni des Vorjahres hatte das Land die Opferschutzstelle installiert und im Oktober eine Kommission eingesetzt. 81 Personen haben sich bisher gemeldet, einige Fälle betrafen andere Bundesländer oder Einrichtungen der katholischen Kirche.

Die verbliebenen 55 Beschwerden, von denen der Großteil das Jugendwohnheim in Linz- Wegscheid betrifft, gefolgt vom Kinderheim Schloss Leonstein in Grünburg (Bezirk Kirchdorf) und Kinderheim Schloss Neuhaus in Geinberg (Bezirk Ried im Innkreis) sowie anderen Landeseinrichtungen und Schulen, wurden der Opferschutz- Kommission zur Behandlung übergeben. Der Zeitraum der gemeldeten Übergriffe auf Jugendliche von zehn bis 18 Jahren erstreckt sich von 1948 bis 1993.

Vorfälle liegen lang zurück

Mehrere Vorwürfe seien teilweise strafrechtlich verjährt oder die Beschuldigten inzwischen gestorben, in einigen Fällen warte man noch auf eine Rückmeldung der Staatsanwaltschaften, sagte Landespräsidialdirektorin Antonia Licka.

Die Kommission habe ihre Arbeiten noch nicht abgeschlossen, so Pühringer. Er geht aber davon aus, dass sich der Großteil der Opfer gemeldet hat. Heute würden die Heime mit einem "sehr hohen pädagogischen Anspruch" geführt. Man setze alle Maßnahmen, dass sich derartige Vorfälle nicht mehr ereignen, betonte Kepplinger.

Die Geschehnisse und Rahmenbedingungen, die sie begünstigt hätten, werden von den Historikern Michael John und Dieter- Anton Binder wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Ergebnisse sollen Mitte 2012 publiziert werden.

Auszeichnungen zurückgeben?

Im Fall von zwei ehemaligen leitenden Bediensteten des Heimes Linz- Wegscheid, denen ehemalige Zöglinge Missbrauch vorwerfen und die für außerberufliche Tätigkeiten mit Verdienstmedaillen des Landes ausgezeichnet wurden, habe die Kommission Gespräche über eine Rückgabe empfohlen, berichtete Pühringer. Eine Landesauszeichnung könne per Gesetz nicht aberkannt werden, hofft er auf Einsicht bei den Beschuldigten.

Grüne zufrieden

Die Familiensprecherin der Grünen, Maria Wageneder, hat sich am Nachmittag mit dem Bericht der Opferschutz- Kommission "zufrieden" gezeigt. Sie begrüßte auch die eingeleitete wissenschaftliche historische Aufarbeitung. "Hier darf es keine Verzögerungen geben", betonte Wageneder. Das Land komme endlich seiner Verantwortung nach, die Grünen hätten das seit langer Zeit eingefordert.

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum