Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
19.08.2017 - 14:59
Foto: dpa/Caroline Seidel

OÖ: Geohrfeigter Schüler erhält kein Schmerzensgeld

27.04.2013, 10:54
Eine Ohrfeige für einen damals siebenjährigen Linzer Volksschüler bleibt für die Republik und den betroffenen Schuldirektor ohne Folgen. Der Linzer Richter Stefan Pellegrini stellte in einem Urteil jetzt fest, dass es die Ohrfeige des Schuldirektors zwar gegeben hat, die Schmerzensgeldklage des Schülers wies er aber zurück.

"Das Urteil besagt, dass es keinen Zweifel gibt, dass es körperliche Übergriffe gegeben hat, für die es keine Rechtfertigung gibt", sagt Kurt Lichtl, der Anwalt des Buben. Da die tätlichen Angriffe aber, so der Richterspruch, keine nennenswerten Auswirkungen hatten, die mit Schmerzensgeld abzugelten wären, wurde die Klage des Schülers gegen die Republik abgewiesen.

"Der Fall ist noch nicht abgeschlossen", so Lichtl. Er wird gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht Linz einlegen. Eine Anzeige der Eltern bei der Disziplinarkommission gegen den inzwischen pensionierten Schuldirektor ist mittlerweile "versandet".

Siebenjähriger "problematisch im Umgang"

Der Vorfall war bereits im Jahr 2009 geschehen. Der Direktor einer Linzer Volksschule hatte den Schüler geohrfeigt und gewürgt. Der Vater des Buben sprach von insgesamt fünf massiven Übergriffen. Der Schüler habe dadurch Angst und Einschlafprobleme gehabt und sei zum starken Bettnässer geworden. Es kam zum Prozess, Ende Jänner 2012 schloss das Gericht die Verhandlung, das Urteil hätte den Parteien schriftlich zugestellt werden sollen.

Damals zeigte sich der Anwalt des Schülers über den Prozessverlauf gegenüber Journalisten nicht sehr optimistisch. Er befürchtete, dass das Gericht das, was der Vater des Schülers als Mittelsperson über die angeblichen Vorfälle vorbrachte, nicht als erwiesen ansehen und gegen seinen Mandanten entscheiden würde. Zudem hatten mehrere Zeugen den damals Siebenjährigen als problematisch im Umgang beschrieben. Dem Buben selbst wollte der Anwalt eine Einvernahme vor Zeugen über die Vorfälle ersparen.

Verfahren Mitte März 2012 wiedereröffnet

Umso überraschender nahm der Fall Mitte März 2012 eine Wende: Das bereits geschlossene Verfahren wurde wiedereröffnet. Grund war der Wunsch des Gerichts nach einer Verfahrensergänzung.

Wie zuvor von Anwalt Lichtl beantragt, hatte es ein Sachverständigengutachten zur Frage der Beeinträchtigung des Schülers durch die Handlungen des Direktors in Auftrag gegeben. Der Anwalt hatte angeführt, dass sich die Noten des Kindes nach einem Schulwechsel deutlich verbessert hätten. Diese Ergebnisse des Gutachten wollte der Richter abwarten und in seine Entscheidungsfindung mit einfließen lassen.

27.04.2013, 10:54
Kronen Zeitung/AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum