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20.09.2017 - 06:30
Markus Watzinger ist einer der "gelben Engel" in OÖ
Foto: Horst Einšder

ÖAMTC- Mitarbeiter im Stress

05.08.2017, 07:30

Streikende Batterien, falsch betankte Autos, eingesperrte Kinder - die Hitze schlägt diesen Sommer wirklich zu! Sowohl für die Kraftfahrzeuge als auch für die Autobesitzer selbst bedeuten die hohen Temperaturen eine enorme Belastung. In der Telefonzentrale beim ÖAMTC in Linz herrscht derzeit Hochbetrieb.

"Moment bitte!" Sehr viel mehr bekommen wir von der Einsatzleiterin Sabine Dall (27) beim Besuch der "OÖ- Krone" in der ÖAMTC Telefonzentrale für Oberösterreich und Salzburg in Linz nicht zu hören. Tagsüber gibt es dort momentan nämlich kaum eine Minute, in der die Telefone still stehen. Die Mitarbeiter der Zentrale, größtenteils Frauen, kommen nur selten zum Durchatmen.

"Gelbe Engel" waren 25.000 Mal im Einsatz

Etwa 25.000 Mal waren die "gelben Engel" des ÖAMTC im Juni und Juli 2017 auf Oberösterreichs Straßen im Einsatz. Die häufigsten Ursachen sind defekte Batterien, falsches Tanken, Reifenplatzer und eingesperrte Kinder oder Tiere.

50 Pannenfahrer im Einsatz

"Bei uns sind in den Sommermonaten um die 50 Pannenfahrer gleichzeitig im Einsatz. Bei hohen Temperaturen haben wir an Reisewochenenden zwischen 400 und 500 Einsätze pro Tag", erzählt Markus Achleitner, Leiter des Nothilfe- und Informationsservices.

"Es macht mir Spaß zu helfen"

Seit sieben Jahren als Pannenhelfer im Einsatz ist Matthias Watzinger. Gezeichnet von 34 Grad Außentemperatur ist er trotzdem gut gelaunt auf dem Weg zu einem Routine- Einsatz: Starthilfe eines streikenden Motors. "Täglich habe ich zwischen 15 und 25 Einsätze, jetzt gerade ist es zwar sehr heiß, es macht mir aber trotzdem Spaß, zu helfen", strahlt der 33- Jährige.
Doch nicht nur bei Problemen mit Kraftfahrzeugen ist auf die Pannenhelfer Verlass, sogar wenn das Fahrrad streikt, bekommt man  Hilfe angeboten. Die Devise: Es wird nicht Fahrzeugen, sondern Menschen geholfen - ein Erste- Hilfe- Kit für Fahrräder ist deshalb stets parat.


Konzentrationsverluste sind Folge der Hitze, erklärt der Leiter des ÖAMTC Nothilfe- und Informationsservices, Markus Achleitner im Interview.

"Krone": Konzentrationsverlust durch Hitze - was sind die meisten Folgeprobleme?
Markus Achleitner: Reifenschäden sind ein Klassiker. Aber auch Falschtanken kommt öfter vor als man glaubt. An unserem stärksten Tag, bei 35 Grad Außentemperatur, mussten wir 60 Personen, die den falschen Treibstoff gewählt hatten, zu Hilfe eilen.

"Krone": Wahrscheinlich hauptsächlich Frauen.
Achleitner: Nein, im Gegenteil. Falschtanken ist kein typischer Frauenfehler - die heißen Temperaturen schwächen jeden. Aber nicht nur wir Menschen, sondern auch Autobatterien kommen mit hohen Temperaturen nicht klar.

"Krone": Sind Autobatterien bei der Hitze genauso empfindlich wie bei Kälte?
Achleitner: Ja, Batterien vertragen 50 Grad plus genauso wenig wie 20 Grad minus.

"Krone": Wie oft müssen Sie Kinder und Tiere wegen der Hitze aus Autos befreien?
Achleitner: Seit Anfang Juni hatten wir 33 Aufsperreinsätze. Wie alle Probleme, kommt auch dieses bei den hohen Temperaturen viel häufiger vor als in den Wintermonaten. Für uns ist der Hochsommer einfach die stärkste Zeit.


Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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