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17.08.2017 - 20:48
Als stv. Bundesparteiobmann der ÖVP wird LH Stelzer öfter ins Auto nach Wien steigen müssen...
Foto: EXPA/Michael Gruber

Oberösterreichs LH Stelzer wird Kurz- Vize

11.06.2017, 15:20

Oberösterreichs neuer LH Thomas Stelzer wird stellvertretender ÖVP- Bundesparteiobmann, also Vize von Parteichef Sebastian Kurz. Während Österreich gegen Irland um den WM- Einzug spielt, wird das am Sonntagabend beim ÖVP- Bundesparteivorstand fixiert. Was Stelzer davon hält und wie er diese tragende Rolle anlegen will, erzählt er kurz nach Bekantwerden seiner Nominierung im "Krone"- Interview.

"Krone": Sie sind "der prominente Landespolitiker" der uns geheimnisumwittert als neuer Kurz- Vize angekündigt wurde.

Thomas Stelzer: Ja, Sebastian Kurz hat mich gebeten, ob ich das machen kann, so quasi, weil ich ja auch ein Neuer bin in der Rolle des Landeshauptmanns. Ich glaube eh, dass das ganz gut ist, auch die Sichtweise der Länder da auf dieser Ebene einzubringen.

"Krone": Wir gratulieren. Das ist ja auch für Oberösterreich selbst eine Aufwertung.

Stelzer: Danke, ich wollte das gerade sagen. Und es ist sicher gut, da wir ja im Bund einiges vorhaben als ÖVP, wenn man da dabei ist. Und die anderen drei Stellverteter werden lauter Stellvertreterinnen. Die Barbara Eibinger- Miedl, die jetzt Wirtschaftslandesrätin ist in der Steiermark, die kenne ich eigentlich recht gut, da sie ja Klubobfrau war vorher (Stelzer war bis Herbst 2015 ÖVP- Klubobmann  im OÖ- Landtag). Dann die Frau Glatz- Kremsner, das ist die Vorstandsdirektorin von den Casinos. Und die Vierte im Bunde ist die Veronika Marte, das ist eine Vorarlbergerin. Da muss ich gestehen, die kenne ich selber nur flüchtig. Aber das heißt: Wirklich ein ganz neues Team. Und ich habe die Ehre, als einziger Mann da Stellvertreter zu sein. Da hilft mir vielleicht meine Vergangenheit…

"Krone": Die Vergangenheit als Frauen- Landesrat in Oberösterreich. Aber auch so wird Ihnen Ihre Vergangenheit wahrscheinlich helfen. Sie kennen Kurz ja schon ein paar Jahre.

Stelzer: Ja, stimmt, wir haben uns immer wieder ausgetauscht. Es ist nicht so, dass wir überall eitel Wonne und einer Meinung sind, aber ich glaube, das schätzt er auch, weil Ja- Sager gibt’s eh genug.

"Krone": Was werden Sie jetzt speziell einbringen in ihrer Funktion als Kurz- Vize?

Stelzer: Also einerseits ist mir natürlich wichtig aufgrund meiner Rolle (als LH), dass die Sichtweise der Länder eingebracht wird. Wir sind ein föderaler Staat und werden es auch bleiben bei allem, was wir weiter gestalten. Das Zweite ist natürlich, so wie wir im Land Gestaltungsaufgaben und Verantwortung übernehmen, dass wir das dann halt im Bund auch machen, wenn wir hoffentlich bald eine stärkere Rolle dort haben als ÖVP. Stichwort: auf die Finanzen zu schauen, dass man sich wirklich für die Schwerpunkte was leisten kann. Und die Partnerschaft mit den Leistungswilligen, wie ich das eh immer formuliere, so zu gestalten, damit auch immer Verständnis für die Sozialleistungen da ist.

"Krone": Heißt das auch, dass Sie persönlich im Nationalratswahlkampf eine stärkere Rolle spielen werden?

Stelzer: Nein, der wird natürlich ganz stark auf den Kurz zugeschnitten sein. Aber wir in Oberösterreich werden das natürlich auch unterstützen. Aber da dränge ich mich nicht vor, weil ich meine es geht, wenn man es ganz verkürzt sagt, um die Kanzlerfrage. Da ist er, Kurz, in der Auslage und da haben wir mit ihm das große Asset.

"Krone": Als neuer LH haben Sie ja nicht wirklich viel Zeit für Extra- Aufgaben. Ist das nicht nur Ehre, sondern auch eine Belastung?

Stelzer: Natürlich freut’s mich, ehrlich gesagt, denn es gibt ja nur vier Stellvertreter. Und wir haben jetzt wirklich die Chance, auch österreichweit mit der ÖVP wieder in Aufschwung zu kommen und eine führende Rolle einzunehmen. Das ist schon eine Ehre, das muss ich schon sagen. Aber natürlich ist das auch eine Belastung, weil der Neustart auf Landesebene in Oberösterreich ist für sich schon fordernd genug, muss ich sagen. Aber man kann es sich in der Politik nicht aussuchen. Die Dinge sind dann zu machen, wann sie sich anbieten, und daher tue ich da nicht lange herum.

Interview: Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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