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19.08.2017 - 04:46
Regina Fechter tauscht die Schulbänke am 21. September gegen einen Sitz im Linzer Rathaus ein.
Foto: Horst Einšder

Neo- Stadträtin will Brücken bauen statt abbrechen

13.07.2017, 05:00

Wenn der Linzer SPÖ- Stadtvize Christian Forsterleitner am 21. September der Politik Lebewohl sagt, rückt Regina Fechter (60) in die Stadtregierung auf: Sie wird nach 40 Jahren als Lehrerin und Rektorin an der Polytechnischen Schule Linz Stadträtin. Mit der "Krone" sprach sie über ihre Erwartungen und ihre dicke Haut.

Christian Forsterleitners Abgang hat viele Gründe, auch, dass Spitzenpolitiker kein Privatleben haben und der Umgangston in der Stadtregierung oft rau ist. Wieso tun Sie sich das an, Frau Fechter?
Ich bin ja am Ende meines Berufslebens. Wenn man so ein überraschendes Angebot bekommt, überlegt man sich gut, ob man sich einer letzten großen Herausforderung stellt. So wie ich mit Leib und Seele Lehrerin war, werde ich voller Elan an die neue Aufgabe herantreten. Auch suche ich das Verbindende, nicht das Trennende, das ist sicher nützlich in der Politik. Und in Linz kann es ja nicht schaden, Brücken zu bauen statt abzubrechen! Vielleicht kann ich mit gewissen Dingen anders umgehen, als andere.

Und Ihre Familie stört es nicht, wenn Sie in Zukunft seltener zu Hause sind?
Nachdem ich schon 17 Jahre in der Politik bin, gab es öfter Abende und Wochenenden, an denen mein Mann und die Kinder auf mich verzichten mussten. Ich bin in einer Lebensphase, in der ich sehr unabhängig bin. Enkel sind auch noch nicht in Sicht.

Ab Herbst sind auch die Schulferien für Sie vorbei.
Das wird allerdings gewöhnungsbedürftig, ich hatte mein ganzes Leben Ferien! Aber die ganz großen stehen ja noch bevor, ich verzichte also gerne ein paar Jahre.

Noch steht nicht fest, für welche Bereiche Sie zuständig sein werden. Ihr Wunschressort?
Zur Debatte stehen ja Personal, Liegenschaften und Soziales. Von Letzterem werde ich wahrscheinlich oder ganz sicher einen Teil bekommen. Der Rest wird im August besprochen, ich bin da ganz offen.

2021 sind ja die nächsten Gemeinderatswahlen.
Da bin ich 64. Kann sein, dass ich kandidiere, in Pension oder für ein Jahr zurück in die Schule gehe. So weit plane ich nicht voraus.

Lisa Prearo, Kronen Zeitung

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