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21.09.2017 - 22:09
Foto: Christian Brachwitz

Mozarts "Don Giovanni" und Falco

04.02.2008, 08:35
Mozarts „Don Giovanni“ feierte als insgesamt sehr anregende Neuinszenierung am Samstag am Linzer Landestheater Premiere: In deutscher Sprache und statt der Secco-Rezitative mit Dialogen bestückt, deren Wortlaut aus der heutigen Alltagssprache gewonnen wurde und sich keineswegs zimperlich gibt.

Besonders bemerkenswert an der Inszenierung ist der schon aus den Anfangsakkorden der visualisierten Ouvertüre ablesbare und vielversprechende Versuch, gewisse Analogien zwischen dem Lebenskonzept des Da Ponte- Giovanni und jenem des zur Zeit wegen seines 10. Todestages medial stark präsenten Falco aufzuzeigen, die sich beide einem bewusst forcierten Sinnesrausch hingeben und schließlich, ausgebrannt und vom Leben enttäuscht, sterben.

Leider schreckt die Regie (Andreas Baesler) davor zurück, die Vergleichbarkeit der beiden Gestalten voll auszunützen und konsequent den musikalischen und dramaturgischen Mozart- Vorgaben anzupassen.

Ansonsten aber weist diese Aufführung eine Fülle effektsicherer Ideen auf: die per Telefon gesungene „Canzonetta“, allerlei Schattenspiele, viel Erotik und viele Revolver. Zum Finale überschüttet sich Don Giovanni mit einem Kanister Benzin und zündet sich an. Das Herzstück der Bühne von Hermann Feuchter bildet ein riesiges Bett, die Kostüme von Henrike Bromber sind karnevalesk inspiriert.

Aus dem Sängerteam ragen heraus: Gotho Griesmeier (Donna Anna) und Tijana Grujic (Donna Elvira); vorzüglich Nikolai Galkin (Komtur), Steffen Rössler (Leporello), Alesja Miljutina (Zerlina) und Isaac Galán (Masetto). Christian Zenker (Ottavio) war aufgrund einer allergischen Reaktion indisponiert. Martin Achrainer in der Titelpartie bestach optisch und stimmlich im lyrischen Bereich. Dramatische oder dämonisch angereicherte Ausdrucksweisen sparte er an diesem Abend aus.

Tadellos der Chor (Georg Leopold). Das Bruckner Orchester unter Dennis Russell Davies erfüllte seine Aufgaben. Das Premierenpublikum reagierte zwiespältig. Letztlich überdauerten die Bravo- Rufe aber die Buh- Äußerungen.

Weitere Aufführung am 4., 22., 25. Februar, im Großen Haus, Beginn jeweils um 19.30 Uhr.



Foto: Christian Brachwitz

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