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26.09.2017 - 15:22
Foto: Hannes Markovsky

Menschliches versagen

25.07.2008, 01:00
Der Tod der 12-jährigen Ursula erschüttert Eltern, Geschwister, Mitschülerinnen, Kinderchormädchen und ganz Maria Neustift, aber auch einen OP-Kardiotechniker in Linz: Er hat übersehen, dass seine Herz-Lungen-Maschine statt Blut Luft in die Aorta und das Hirn der kleinen Patientin pumpte. Schlimmeres kann keinem passieren!

Die Chronik dieser Tragödie: Das mittlere von fünf Kindern der Bauernfamilie Dominik (43) und Maria Garstenauer (39) hatte vom angeborenen Herzfehler nicht viel gemerkt. Als Ursula vor vier Jahren in Steyr am Blinddarm operiert werden sollte, wurde ein Herzklappenfehler festgestellt. Später ein Scheidewanddefekt. Als das Loch im Februar geschlossen werden sollte, war es schon zu groß für einen Katheter- Schirm.

Um einer Embolie vorzubeugen, wurde Ursula am 10. Juli im Linzer AKH am offenen Herzen operiert. „So ein extrem tragischer Super- Gau ist bei tausend Herzoperationen nie passiert“, schildert bestürzt der ärztliche Leiter Dr. Heinz Brock, wie´s nach vier Stunden plötzlich in Sekunden um Leben und Tod ging: „In der Maschine wurde der Flüssigkeitsspiegel gesenkt. Das hat zwar gleich einen Alarm ausgelöst, aber die Pumpe ist zu lange weitergelaufen…“

Das narkotisierte Kind wurde sofort in künstlichen Tiefschlaf versetzt und per Notarzt- Heli zur Grazer Uni- Klinik gebracht, um per Überdruck die Luftembolie aufzulösen. Am 16. Juli ist Ursula gestorben, am Mittwoch wurde sie begraben. Jetzt ermitteln Kripo, Staatsanwalt und Sachverständige: Die Operation sei gelungen, die Maschine habe funktioniert - ein Mensch versagt: Der erfahrene Kardiotechniker kann selbst nicht sagen, wie und warum.

Der völlig gebrochene Vater dreier Kinder muss jetzt medizinisch behandelt werden. So, wie die Mutter von nun vier Kindern psychologisch betreut werden musste.

 

Foto: Hannes Markovsky

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