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20.08.2017 - 14:04
Foto: Uta Rojsek-Wiedergut

Mann (46) starb trotz doppelter Serum- Dosis

24.03.2011, 14:22
Nach dem Tod eines 46-Jährigen aus dem Bezirk Vöcklabruck durch den Biss einer Klapperschlange in einem Reptilienzoo in Kärnten sitzt der Schock beim Besitzer tief. Er habe den Mann gut gekannt, er habe ihm zwei Jahre lang im Zoo geholfen und sich bei Reptilien ausgezeichnet ausgekannt. Trotz doppelter Serum-Dosis war der Mann am Mittwochabend innerhalb kürzester Zeit verstorben. Warum der gebürtige Deutsche ins Terrarium gegriffen habe, sei ihm "unbegreiflich", so der Besitzer. Der in Haidach allein lebende Mann hinterlässt in Deutschland zwei Kinder.

Das 46- jährige Todesopfer war mit ungiftigen Reptilien wie Schildkröten in Österreich unterwegs, um sie in Schulen vorzuführen. Am Vormittag hatte er noch eine Volksschule im Bezirk Wolfsberg besucht, am Abend fuhr er dann zum Reptilienzoo nach Patergassen bei Ebene Reichenau (Bezirk Feldkirchen), wo er stets übernachtete, wenn er in der Gegend für Vorträge unterwegs war.

Direkt in Vene gebissen

Der Zoobesitzer, ein gebürtiger Schweizer, hatte das Terrarium der Klapperschlange aufgesperrt, weil er die "crotalus durissus" füttern wollte. Dann ging er jedoch noch schnell in den Keller, um die Heizung abzudrehen und ließ den 46- Jährigen in der Zwischenzeit mit der Schlage allein. Warum der Mann dann ins Terrarium griff, ist völlig rätselhaft. Fest steht nur, dass das Reptil sofort zustieß und den Mann in den Handrücken zwischen Daumen und Zeigefinger biss. Dabei dürfte die Schlange direkt eine Vene erwischt haben.

Der Besitzer hörte seinen Besucher schreien und lief daraufhin sofort ins Obergeschoß. Er versuchte, die Wunde mit Wasser auszuwaschen und schoss auch mit einem "Venom- Ex", einem Präzisionsinstrument zur Ersten Hilfe bei Gifttierbissen, mehrmals in die Wunde - leider jedoch ohne Erfolg. Nur wenige Minuten nach dem Biss hatte der Deutsche bereits Sprachstörungen und kollabierte.

Reanimation erfolglos

Als Notarzt und Rettungshubschrauber eintrafen, lag der 46- Jährige bereits leblos am Boden. Anfangs zeigte er noch Reaktionen, ihm wurden zwei Dosen Serum gespritzt, doch alle Versuche blieben erfolglos. Eine Stunde lang versuchten die Einsatzkräfte noch, den Mann zu reanimieren, es gelang ihnen jedoch nicht mehr.

Wie der Zoobesitzer später der "Kärntner Krone" mitteilte, stamme die Schlange aus Südamerika und sei "sehr sehr giftig". Das Gift von Klapperschlangen besteht aus einem Cocktail von Enzymen, Proteinen und Polypeptiden, die das Blut angreifen. Manche Arten sind nur schwach giftig, bei anderen wieder ist das Gift so stark, dass ein Biss - wie in diesem Fall - tödliche Folgen haben kann. Der Zoobesitzer hat selbst schon drei Klapperschlangenbisse überlebt.

Umstände für Schlangenexperten dubios

Michael Mitic, Schlangenexperte und Direktor des Wiener "Haus des Meeres", hält die Umstände des Todes für dubios. Normalerweise rasselt eine Klapperschlange bevor sie zubeißt, weiß der Experte. Sie müsste also ziemlich überrascht worden sein. Der Angriff gehe aber blitzschnell. "Das kann man mit freiem Auge nicht sehen, das geht wie bei einer Gewehrkugel", so Mitic.

"Ich frage mich, warum stirbt man so schnell an dem Biss? Warum hat sie gleich zugebissen? Warum greift die Person überhaupt hinein und warum macht der Besitzer das Terrarium auf und geht weg?", so Mitic. Mit der Klärung dieser Fragen wird sich die Staatsanwaltschaft beschäftigen müssen.

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