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18.08.2017 - 09:03
Anita Gach vom Bundeskriminalamt mit einem der sichergestellten gefälschten Staudacher-Gemälde.
Foto: Werner Kerschbaummayr

Kunsthandel nach Affäre um Gemälde in Aufruhr

18.01.2017, 04:30

Der Skandal um gefälschte Hans- Staudacher- Bilder hat offenbar Auswirkungen auf den Kunsthandel. Galeristen und Händler beklagen, dass ihnen Kunden verstärkt mit Misstrauen entgegentreten. Für Aufregung sorgte auch eine BKA- Fahnderin, die erklärt hatte, dass 60 Prozent der angebotenen Kunstwerke gefälscht sind.

"Speziell bei Privatankäufen und Online- Auktionen ist Vorsicht geboten", warnt Anita Gach vom Bundeskriminalamt. Ein lückenloser Provenienznachweis sei Grundvoraussetzung, um beim Kunstkauf nicht übers Ohr gehauen zu werden. Die angegebene hohe Prozentzahl ge- oder verfälschter Werke sei von Experten bestätigt: "Sie ist belegbar."
Der Linzer Kunsthändler Johannes Rangl (Citygalerie) rät daher, Kunst ausschließlich im Fachhandel zu beziehen: "Als Laie kann man Fälschungen schwer erkennen, umso wichtiger ist, sich seriösen Fachleuten anzuvertrauen." Er verweist darauf, dass Händler und Galeristen meist gute Kontakte zu noch lebenden heimischen Künstlern wie Attersee, Rainer, Hellnwein oder Moser haben. Rangl: "Wenn etwas unklar ist, können wir sofort direkt an der Quelle nachfragen."

Expertisen für jedes Werk

Die Gmundner Galeristin Margund Lössl (Galerie 422) betont, dass sie seit 25 Jahren ausschließlich direkt von Künstlern ankaufe und für jedes Werk Expertisen ausgestellt werden: "Der Sekundärmarkt ist für uns kein Thema." Zwar kommt vor, dass ihr auch Privatpersonen Bilder anbieten, doch darauf lässt sie sich nicht ein. Ein wichtiger Indikator dafür, dass bei Käufern die Alarmglocken schrillen sollten, ist der Preis. Lössl: "Wird unter dem Marktwert offeriert, sollte man die Finger davon lassen!"

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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