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26.09.2017 - 02:22

Kleinkrankenhäuser von Schließung bedroht

08.06.2010, 14:54
Zwischen 200 und 300 Betten sollte ein Krankenhaus zumindest haben, um möglichst effizient betrieben werden zu können. Diesen Wert hat eine Expertengruppe im Zusammenhang mit der geplanten Verwaltungsreform festgesetzt. SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder stellt nun die Sinnhaftigkeit von Kleinspitälern in Frage und schlägt Schließungen vor. Im Land ob der Enns haben sieben Krankenhäuser weniger als 300 Betten.

Österreichweit haben derzeit rund 81 von 130 öffentlichen Krankenhäusern weniger als 300 Betten, die meisten davon in der Steiermark. In dem Bericht der von der Regierung eingesetzten Expertengruppe wurden jedoch nur die öffentlich finanzierten Krankenhäuser berücksichtigt - und nicht die teilweise noch kleineren Privatspitäler.

Der Vorsitzende der öberösterreichischen Bundesvertretung - der Gesundheits- und Sozialberufe in der GÖD - Johann Hable kritisierte unterdessen Schieders Aussagen. Ersatzlose Schließungen von Krankenhäusern seien kein Gesundheitskonzept und auch nicht im Sinne der Bevölkerung. Die meisten Patienten schätzen die kleinen und mittleren Spitäler besonders wegen ihrer familiären Atmosphäre und der individuellen Betreuung, so Hable.

Keine Lösung für Finanzproblem

Auch Landeshautpmann- Stellvertreter Josef Ackerl (SPÖ) sprach sich gegen die von Bundeskanzler Faymann vorerst begrüßte Zusammenlegung oder Sperre von Kleinspitälern unter 300 Betten aus. "Bei diesen Überlegungen handelt es sich um Einzelmeinungen von Bundeskanzler und Finanzstaatssekretär", so Ackerl.

Ihm sei nicht bekannt, dass diese Linie durch interne Parteiengespräche oder durch Beschlüsse gedeckt ist. "Den Vorschlag, durch das Zusammenlegen oder Zusperren von Kleinstspitälern Kosten zu sparen, sehe ich bestenfalls als Ausgangspunkt für eine beginnende Diskussion über die Spitalsreform", so Ackerl.

Schwachstelle Akutbetten

Eine zweite Schwachstelle orteten die Experten bei der Überversorgung mit teuren Akutbetten. Deren Anzahl ist seit 2003 österreichweit um 1,4 Prozent auf 52.589 gesunken. Oberösterreich hat die Bettenanzahl bereits um minus 1,4 Prozent auf 8.982 reduziert. Auch in Kärnten, Wien und Vorarlberg wurden in diesem Bereich weniger Betten verzeichnet.

Dagegen gab es in Niederösterreich (plus 3,9 Prozent auf 8.327), Salzburg (plus 1,8 Prozent auf 3.975) und Tirol (ein Prozent auf 4.547) Zuwächse. Nahezu unverändert blieb die Zahl der Akutbetten im Burgenland (minus 0,3 Prozent auf 1.244) und der Steiermark, wo mit zuletzt 7.767 nur drei Akutbetten weggefallen sind.

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