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18.08.2017 - 21:00
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Kasteln kosten 300.000 Euro und bringen keinen Cent

01.07.2010, 01:00
Zwei neue Radarkasteln für die Inn- und Mühlkreisautobahn kosten zwar 300.000 Euro, bringen aber noch keinen Cent. Unscharfe Fotos reichen nicht, um endlich auch die frontal geblitzten Temposünder mit den deutschen Autonummern zur Kasse bitten zu können. So gehen uns Millionen durch die Lappen.

Pannen verhindern, dass seit einem Jahr auch ausländische Raser mit dem neumodischen Radar verfolgt werden können: Während in Deutschland die erste Generation der Apparate scharfe Fotos schneller Fahrer liefert, hapert's in Österreich beim neuesten Modell noch mit der Software und der Datenübertragung ins Innenministerium. "Die Lenker sind nicht zu erkennen", so ein Polizist. Auch die Blenden und Aufnahmewinkel seien falsch gewählt.

"Siemens arbeitet noch am Feinschliff der Justierung und Optimierung", so Asfinag- Sprecherin Ingrid Bartl. Sie hofft, dass in Oberösterreich der Wechsel vom straffreien "Testbetrieb" zum lukrativen "Probebetrieb" gelingt, der endlich Fotos für erste Anzeigen liefert. Ein "Echtbetrieb" ohne Kinderkrankheiten lässt bei Kilometer sieben der A7 und bei Kilometer 37 der A8 die Kassen dann erst so richtig klingeln.

Zehn Millionen Euro durch die Lappen gegangen

Im Vorjahr wurden im Land ob der Enns 236.034 Schnellfahrer erwischt, doch 112.000 Ausländer blieben ungeschoren: Zehn Millionen Euro gingen dem Land durch die Lappen, weil es keine Zentrale für Zustellungen von Strafbescheiden und keine Porträtfotos von Straffälligen gibt, wie's das deutsche Gesetz vorschreibt. Dort muss der Fahrzeuglenker erkennbar sein, während hierzulande der Zulassungsbesitzer eine Anonymverfügung bekommt, auch wenn er gar nicht selbst zu fest aufs Gas gestiegen ist.

von Richard Schmitt, "OÖ Krone"

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