Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
19.09.2017 - 16:26
Dass ein Kunststoff-Projektil weiter fliegt als eine Blei-Kugel ist Hintergrund des Gerichts-Streits
Foto: dpa/Patrick Pleul

Justiz- Querschläger trifft Jäger

06.07.2017, 08:04

Eigentlich geht’s um nichts, aber darum wird erbittert gestritten. Doch der Reihe nach: 2014 "erlegte" ein Mühlviertler Jäger statt einem Rehkitz ein Fenster. Die BH Rohrbach entzog ihm die Jagdkarte, er zog vors Landesverwaltungsgericht, das ihm Recht gab. Doch mittlerweile schickte das Höchstgericht den Fall retour.

Der Mühlviertler mit 30 Jahren Jagderfahrung am Buckel hatte im Herbst 2014 statt der üblichen Bleimunition Kunststoffprojektile verwendet. Diese fliegen weiter als Blei, nämlich 747 statt 516 Meter. Das wusste der Weidmann laut eigener Aussage nicht, als ihm die BH Rohrbach die Jagdkarte "zupfte".

Karte zurück gegeben

Ergrimmt zog er vor das Landesverwaltungsgericht, das  sich umstimmen ließ: Der 90- Grad- Abpraller sei für den Jäger nicht kalkulierbar gewesen und hätte auch jedem anderen Schützen passieren können.

Wien sieht´s anders

Der Wiener Verwaltungsgerichtshof (VwGH) als Höchstgericht sah die Causa aber anders: Einem verlässlichen Jäger hätte der fatale Abpraller nicht passieren dürfen. Die Juristen schickten das Verfahren zurück an den Start - zum Landesverwaltungsgerichtshof. Dort wird der Akt erneut  geprüft.

Landesjagdverband ist nicht begeistert

Christopher Böck, Geschäftsführer des oberösterreichischen Landesjagdverbandes, sieht den dreijährigen juristischen "Wickel" mit Stirnrunzeln: "Manchmal fehlt den Richtern echt jeder Hausverstand. Das Projektil war ein Abpraller, wurde beim Auftreffen am Kugelfang um 90 Grad umgelenkt. Mit dem Einschlag im Fenster war einfach nicht zu rechnen. Mir kommt das vor, als wenn man nicht mehr spazieren gehen dürfte, weil einem ja ein Ast auf den Kopf fallen könnte."

Jäger darf weiter schießen

Detail am Rande: Der Jäger durfte unbehelligt weiter jagen, hat seither hundert Rehe geschossen - ohne weitere Fenster als "Beute".

Christoph Gantner, Kronen- Zeitung

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum