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23.09.2017 - 01:45
Foto: Chris Koller

Intendant Uli Fuchs nimmt von Linz(09) langsam Abschied

18.12.2009, 08:00
Wie ist die Stimmung zum Finale von Linz09? Wie lernt man eine Stadt als "Zugereister" kennen? Und was macht ein stellvertretender Kulturhauptstadt-Intendant eigentlich nach so einem Mega-Projekt? Uli Fuchs im "Krone"-Interview über Lieblingsprojekte, "sein" Linz09 und die geheimnisvollen Pläne danach.

"Krone": Linz09 neigt sich dem Ende zu – Herr Fuchs, wie sehr ist das Kulturhauptstadtjahr für Sie schon vorbei?
Uli Fuchs: Noch gar nicht. Linz09 endet mit dem 31.12. 2009 – mein Terminkalender ist allein schon bis Weihnachten voll Und auch gleich danach geht es noch weiter. Erst beim Finale am Hauptplatz ist es dann vorbei. Die Linzer und Linzerinnen sollen noch einmal so richtig feiern, denn sie haben das Projekt auch getragen.

"Krone": Das aber anfangs nicht wirklich getragen, sondern eher humorvoll oder skeptisch gesehen wurde. Wie empfinden Sie die Stimmung heute, nach fast einem Jahr?
Fuchs: Viele haben sich gefragt: „Wird das was? Kriegen die das hin?“ Aber die Stimmung hat sich bereits im Februar gebessert, als in der Hafenhalle 86 Prozent der Plätze  verkauft wurden. Dann, in der wärmeren Jahreszeit, punkteten das Projekt Crossing Europe oder der Höhenrausch. Da sagte dann der eine oder andere Taxifahrer zu mir: „Na, läuft doch eh super.“ (Lacht) Irre war auch das Jugendmusikfestival, wo 8000 Jugendliche aus ganz Europa am Hauptplatz gesungen haben.

"Krone": Ihr Stimmungs- Resümee also, Herr Fuchs?
Fuchs: Von anfänglicher Skepsis bis zu einem guten Nachgeschmack – (verzieht die Miene) bis auf dieses dämliche Linzer Auge. Das wurde uns wie ein Kuckucksei ins Nest gelegt. Denn damit haben wir nix am Hut.

"Krone": Was bedeutete dieses Kulturhauptstadtjahr für Sie ganz persönlich?
Fuchs: Ich habe viel dazugelernt, seit ich im Dezember 2005 nach Linz gekommen bin. Ich hab’ gelernt, eine Stadt kennen zu lernen. Ich werd’ nie vergessen, als ich meiner Schwägerin – einer gebürtigen Salzburgerin – von Linz erzählte und sie mich fragte: "Was willst du denn in Linz? Das ist doch nur eine Industriestadt, eine Provinz" (Lacht) Ich habe zurückgefragt: Wann warst du das letzte Mal in Linz –  und sie antwortete: "Gar nie." Dieses massive Klischee, das festgesessen ist, haben unter anderem auch wir von Linz09 massiv geändert.

"Krone": Wie haben Sie dann „Ihr“ Linz kennen gelernt?
Fuchs: Ich bin mit Sack und Pack gekommen und habe mir schon 2005 jeden Donnerstag einen anderen Stadtteil von Linz vorgenommen. Anders wäre es auch nicht professionell gewesen.

"Krone": Hat sich für Sie in dieser Zeit auch ein Lieblingsprojekt herauskristallisiert?
Fuchs: Der Keplersalon oder  das Jugend- Fußball- Turnier Yes09 – dafür schlägt mein Herz besonders. Wenn man 220 Kinder hat, darf man doch sagen, dass man zwei besonders mag oder gemocht hat, nicht?

"Krone": Was war dieses gesamte Linz09 für Sie privat?
Fuchs: Es war wie Champagner für mich. Ich hab’ das vorher nicht gedacht, aber jetzt, wo es schon um Abschiede von ersten Mitarbeitern geht, hoff’ ich,  dass ich nicht in ein Loch falle.

"Krone": Nun wurden Ihnen in Ihrer Zeit als Vize- Intendant schon viele Interview- Fragen gestellt. Welche noch nicht?
Fuchs: (Schmunzelt) Ob ich es bereut habe.

"Krone": Haben Sie?
Fuchs: Hundertprozentig nicht. (Nachdenklich) Ob ich in Linz bleiben würde, hat mich auch noch überhaupt niemand gefragt.

"Krone": Würden Sie?
Fuchs: Nein. Aber ich komme wieder.

"Krone": Wie sehen Ihre Pläne nach Linz09 aus?
Fuchs: Zwei konkrete Möglichkeiten gibt es: Entweder ich gehe zurück nach Bremen als Hochschullehrer –  oder (schmunzelt) vielleicht in eine andere Kulturhauptstadt.

"Krone": In welche Kulturhauptstadt könnte es Sie ziehen?
Fuchs: (Lacht geheimnisvoll) Ach, in den Süden.

Interview: Sabine Traninger, Kronen Zeitung

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