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26.09.2017 - 00:32
Foto: Werner Kerschbaummayr

Grenzverkehr stört tschechische Birkhühner

21.04.2008, 01:00
Groteske um einen Brückenschlag im Mühlviertel: In Leopoldschlag haben Bürger vor elf Tagen einen Steg über den Grenzfluss Maltsch errichtet. Heute, Montag, müssen sie die Brücke aber wieder abbauen, weil sich die österreichische Naturschutzbehörde Sorgen um tschechische Birkhühner macht: Sie könnten durch den „kleinen Grenzverkehr“ gestört werden…
In der Grenzgemeinde Leopoldschlag brodelt der Volkszorn, weil ein Mitbürger die privaten Brückenbauer bei der Bezirkshauptmannschaft vernadert hat. Bürgermeister Alois Böhm trauert der vermasselten Chance nach: „An sich wäre sowieso ein touristischer Übergang geplant. Bei uns haben sich einige gedacht, ,jetzt ist die Grenze sowieso immer offen, da kann man auch gleich einen Steg drüberbauen’. Im Sommer kann man die Maltsch sowieso zu Fuß durchqueren. Speziell die älteren Leute, die sich noch an das ehemalige Dorf Neustift in Tschechien erinnern, haben sich sehr über den Steg beim Sportplatz gefreut.“

Doch als die Bezirkshauptmannschaft eingeschaltet wurde, mutierte der selbst gebastelte Übergang fast zum „Kapitalverbrechen“: Denn die Konstruktion war weder vom Naturschutz noch nach der Raumordnung genehmigt worden. Und ganz schlimm: Die österreichischen Grenzgänger könnten die tschechischen Birkhühner gefährden! Damit war der Ofen aus. Heute, Montag, muss das Brückerl wieder abgerissen werden, sonst drohen bis zu 35.000 Euro Geldstrafe.

„Wir haben am 5. Oktober einen offiziellen Grenzübergang eingeweiht. Da waren auf jeder Staatsseite jeweils drei Ministerien beteiligt, und es hat zwei Jahre gedauert, bis alles genehmigt war. Diese Brücke hat 138.000 Euro gekostet. Unseren ,illegalen’ Steg hätten wir aber zum Nulltarif bekommen“, ärgert sich Bürgermeister Böhm.

Foto: Werner Kerschbaummayr
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