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21.08.2017 - 20:48
Jeder vierte Oberösterreicher sagt, häusliche Gewalt an Frauen sollte nicht immer strafbar sein.
Foto: Dan Race - Fotolia

Gewalt gegen Frauen nahm stark zu

14.07.2017, 06:00

Sechs Frauen kommen täglich zum Gewaltschutzzentrum OÖ in Linz - weil sie daheim geschlagen oder gedemütigt werden. Ein Negativ- Rekord, die Zahl der Fälle stieg in nur einem Jahr um 10 Prozent!

Im Vorjahr betreute das Schutzzentrum 2352 Fälle häuslicher Gewalt. Dabei ist jedes dritte Opfer eine Migrantin. "Leider ist es aber immer noch so, dass viele Frauen erst nach jahrelangem Erdulden der häuslichen Gewalt Hilfe suchen", sagt Sonja Ablinger, Vorsitzende des Vereins Gewaltschutzzentrum OÖ, den es nun seit 20 Jahren gibt.

Gründe für das lange Zuwarten sind einerseits finanzielle Abhängigkeit und damit Existenzangst, gemeinsame Kinder oder ein geringes Selbstwertgefühl der Opfer.  Oft werden diese erst nach polizeilicher  Intervention nach Schlägen, Stalking oder Drohungen zum Schutzzentrum vermittelt. Im Vorjahr wurden in Oberösterreich  übrigens 1293 Gewalttäter von der Exekutive aus Wohnungen weggewiesen - ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber 2015!

Hilfe für Täter gefordert

"Viele Frauen bleiben auch in gewalttätigen Beziehungen, weil sie Besserungs- Versprechungen der Täter glauben", sagt Maria Schwarz- Schlöglmann, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums.

Hier sieht man aber noch großen Handlungsbedarf auf Seiten der Täter. Nicht selten taucht ein bereits bekannter gewalttätiger Mann erneut im Straf- Register auf. Sonja Ablinger plädiert zu strengeren Auflagen für Täter und damit verbundenen Schulungen für Richter: "Täter sollten  Verantwortung übernehmen und etwa bei Drogen- oder Alkoholabhängigkeit einen Entzug machen müssen."

Marlene Augdoppler

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