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22.09.2017 - 17:31
Foto: Brachwitz

¿Geschichten aus dem Wiener Wald¿

17.03.2008, 01:00
Ödön von Horváths Werk ist ohne Zweifel ein wesentlicher Teil der österreichischen Theaterseele. Nun tritt er in Linz in der Neudeutung der „Geschichten aus dem Wiener Wald“ selbst auf: Er moderiert (s)ein dämonisches Räderwerk. Gerhard Willerts Regie schafft schöne Bilder, aber nimmt den Horváth.

Ödön von Horváth (1901 - 1938) hat sich immer der übermäßigen Interpretationen verwehrt, seine Stücke gerinnen vielmehr durch die Intonierung der Ironie zum dämonischen Porträt des Kleinbürgertums. Nun ist aber genau das Gegenteil geschehen: Gerhard Willert (über- )interpretiert die „Geschichten aus dem Wiener Wald“, er macht sie zu einer parodistischen Nummernrevue, die ein „Herr Horváth“ erzählt. Das Mikrophon ist dabei wichtig. Auch später gibt es „Outings“ vor dem Mikro, sämtliche Regieanweisungen werden gelesen - das sind modische Kunstgriffe, die eigentlich schon wieder als überholt gelten.

Aber das minimale Konzept der Musik (Christoph Coburger), die ja im Stück eine wichtige Rolle spielt, ist gut gelungen. Ebenso entdeckt man schöne Bilder, vor allem die einfache, aber schlüssige Bühnenlösung (Florian Parbs) würde eine Konzentration auf Sprache ermöglichen. Doch Ödön von Horváths feine Spitzen und komplexe Skizzierungen der Zeit um 1930 in Wien kommen im „neuen“ Konzept nicht durch.

Vor allem die Sprache der Schauspieler scheint dem Setting nicht gewachsen zu sein. Ausnahmen: Brillant ist Verena Koch als scharfzüngige, emotionale Valerie. Auch Barbara Novotny überzeugt als Marianne, die ins Räderwerk der „lieben Familie“ gerät. Willert wollte wohl Theorie des Stückes und dessen Spiel gleichzeitig ausstellen. Ob das Ergebnis überzeugt, sollte man sich selbst ansehen.

Weitere Aufführungen am 18. März sowie am 1. und 11. April

 

Foto: Brachwitz

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